Das Unheil der kommenden knapp 4 Wochen ist knapp 3,2 Kilometer lang und hat 266 Glieder. Der Rostocker Weihnachtsmarkt schlängelt sich vom Neuen Markt über die Kröpeliner Straße bis hinunter an den Stadthafen. Die Schausteller stehen links hinter meinem Haus, wenn ich aus dem Küchenfenster schaue. Es blitzt ganz fürchterlich von den vielen tausend Lichteffekten an den Fahrgeschäften und ich glaube einen Hauch von Donner zu spüren, wenn die mächtige Schiffsschaukel auf und nieder schwingt. Das vorweihnachtliche Wetterleuchten an meinen Küchenwänden ist mir aber allemal lieber als der punsch-beseelte Stimmenorkan, der die Lange Straße entlang weht und mir das Öffnen von Schlaf- und Wohnzimmerfenster erschwert. Und obwohl meinen Gaumen und meine Nase schon von vielerlei Genüsse kitzelten, an den fettig-süßen Duftmix von Bratwurst und gebrannten Mandeln, der mich hier an meinem Schlafzimmerfenster umweht, werde ich mich nie gewöhnen. Von Glög, Bratwurst und kandierten Früchten ist jetzt aber erstmal Gewitter in meinem Bauch.