Im Schlafzimmer liegt nur eine Matratze auf dem Dielenboden, zu mehr hat es erst mal nicht gereicht. Gleich daneben, um ein Doppelbett daraus zu machen, liegen Couchkissen. Ich finds gemütlich. So gut es eben gerade geht. John Cusack hat heute Abend in “High Fidelity” über diese verdammten Schmetterlinge im Bauch nachgedacht und erkannt, dass er sich nie zu jemanden bekannt hat. Irgendwie rumort es seitdem in meinem Kopf. Eigentlich rumort es schon den ganzen Abend. Seit kurz vor Acht ist sie nämlich weg. Zu einem Konzert und ich hatte dabei sein sollen. Problem: Kurz vorher hat sie mir eröffnet, dass die Tickets nicht von ihr sondern einem Freund sind, der, so glaubt sie, mehr damit sagen möchte. “Ich fänds blöd, wenn…also, wenn wir zusammen dort sind und er uns sieht, also wenn wir Händchen halten oder uns küssen sollten.”, sagte sie. Mein Gürtel schnürte sich auf die kleinstmögliche Größe zusammen. Mir verschlugs die Sprache. “Dann komme ich nicht mit. Das kann ich nicht.”, mehr konnte ich nicht antworten. “Nimm den Schlüssel mit und komm heute Nacht einfach wieder.” Schweigen, ein kleiner Kuss. “Gut, aber stört dich das nicht? Du musst doch morgen so früh wieder raus.” Nein es stört mich nicht. ‘Schließlich kommst du zurück’, spukte es noch durch meinen Kopf nachdem die Tür mit ihrem hohlen Klacken ins Schloss gefallen war. Irgendwann bin ich dann in mein improvisiertes Bett , hab mich gewälzt, bin kurz weggenickt, hatte Angst. Jetzt klappert die Tür. Schuhe werden im Flur leise raschelnd ausgezogen. Auf Socken schleicht sie ins Wohnzimmer, geht an ihren Koffer. Der Reissverschluss surrt. Klamotten rascheln. Im Flur flackert der Lichtschein aus dem Bad auf. Auf Zehenspitzen schleicht sie ins Schlafzimmer, versucht immer leiser zu werden, aber meine Dielen verraten jeden Besucher. In ihrem seidenen Pyjama steht sie vor dem Bett. “Hallo.”, krächze ich ihr schlaftrunken entgegen. “Darf ich zu dir kommen?”, fragt sie aus dem Halbschatten. “Na klar!”, flüstere ich und schlage die Decke zurück. “Komm zu mir.” Langsam schiebt sie sich auf die Matratze. Ihre langen weichen Haare und der seidene Schlafanzug streichen an mir entlang. Sie riecht noch ein bisschen nach Club. Ganz warm kuschelt sie sich ein. “Wenn ich zu dir komme, dann fühl ich mich zuhause.”, flüstert sie kaum hörbar in die Nacht. Mein Magen fährt plötzlich Fahrstuhl und ein unglaubliches Glücksgefühl durchfährt mich. Ich kann den Rest der Nacht nicht schlafen. Um vier Uhr klingelt der Wecker gnadenlos. Ich muss raus, küsse nocheinmal ihren Nacken. Mit einem verschlafenen “Guten Morgen und viel Spaß.” schickt sie mich in den Tag. Es war das Letzte, was ich von ihr gehört habe. Als ich nach Hause kam, war sie weg. Ein paar Wochen später kam ein Brief. Sie sähe für uns keine Chance, wir könnten nicht zusammen sein. Auch in der Zukunft nicht. Der Brief liegt noch immer zerrissen und wieder zusammengeklebt in meinem Regal.
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schnief:(
vielleicht lag’s an der matratze…;)
Also, das ist ja mal n Hammer-Text!
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