In Berlin gab es heftigen Streit um den “Zug der Erinnerung”. Eine mobile Ausstellung über die Deportation von Kindern mit der Reichsbahn im Dritten Reich. Die Initiative “Zug der Erinnerung” wollte den Zug auch im Berliner Hauptbahnhof halten lassen und die Ausstellung dort präsentieren. Dagegen sperrte sich die Bahn heftig. “Aus technischen Gründen”, wie es hieß. Der Ausstellungszug hätte zu, salopp formuliert, Verstopfung und Verschmutzung geführt, so die Bahn. Dazu muss man wissen, dass der Ausstellungszug von einer Dampflok gezogen wird.
Nun hat die Bahn Ausweichbahnhöfe angeboten – so weit so gut. Stutzig macht nur, dass die Bahn, die sich so heftig gegen den “Zug der Erinnerung” sperrt, ein Produkt der Eigenvermarktung dagegen stundenlang auf dem Hauptbahnhof halten ließ. Am 1. Aprill nämlich machte der “KiKa Live-Express” im Berliner Hauptbahnhof Station. Voller Stolz gab die Bahn dazu auch eine Pressemitteilung heraus. Drei Stunden stand der eigenvermarktete Zug im Berliner Hauptbahnhof – allem Anschein nach ohne Probleme für den Zugverkehr.
Ich frage mich schon, ob die Deutsche Bahn hier mit anderen Maßstäben misst. Schließlich hätte die Dampflok des Ausstellungszuges auch kalt und ganz ohne Rauch mit samt ihrer Waggons in den Bahnhof geschoben werden können, um dort zumindest stundenweise die Ausstellung zu präsentieren.