Die Spannung hat sich gelohnt. Der Bundesverkehrsminister hat den Lacher auf seiner Seite. Hier gibt es die Karte mit den Schienenwegsprojekten der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit (VDE). Augenscheinlich beim VDE Nr. 1 Lübeck/Hagenow – Rostock – Stralsund: Die noch nicht fertiggestellten Abschnitte (rot), die es so oft bei den anderen VDE nicht mehr gibt. Das VDE Nr. 1 ist das am weitesten zurückgebliebene.
Glatte Schönrednerei ist dabei die Darstellung der “fertiggestellten” Abschnitte. Von den geplanten 1,072 Milliarden Eurpo für den Streckenbau wurden bisher 574 Millionen ausgegeben. 498 Millionen bleiben noch für die restlichen Abschnitte. Und da gibt es noch reichlich zu tun, denn in der Karte zum Stand des Streckenausbaus werden auch Abschnitte als fertig ausgegeben, die nicht oder nur annähernd den Planungen entsprechen. Im Sachstandsbericht wird auch deutlich, dass die Fertigstellung der Strecke erst nach 2011 erfolgen soll. Mehr als 20(!) Jahre nach Auflegung des Programms. Bundesverkehrsminister Tiefensee nannte das Jahr 2017 als Zeitpunkt der Fertigstellung.
Nach dem Abschnitt Blankenberg-Warnow, an dem derzeit noch gebaut wird und der Ende 2008 in Betrieb gehen soll, werden die verbleibenden Streckenabsschnitte erst nach 2011 begonnen. Grund dafür sei die geänderte mittelfristige Investitionsplanung, wie es im Sachstandsbericht des Bundesverkehrministeriums heißt. Im Klartext bedeutet das: In den nächsten Jahren werden die marodesten Streckenabschnitte weiter marode bleiben. Die Reisezeiten werden sich nicht weiter verkürzen, bei der derzeitigen Sanierungspolitik der Bahn in Mecklenburg-Vorpommern wohl auch eher wieder schlechter werden. Die Kapazität der Strecke bleibt beschränkt, was zum Beispiel der Hinterlandanbindung der Häfen Stralsund und Sassnitz-Mukran schadet. Auf eine eingleisige Strecke passen eben nicht soviele Züge wie auf eine zweigleisige.
Man darf gespannt sein wie die Landespolitik sich zu diesem Sachstandsbericht verhält. Aber erstmal wird ja der Infrastrukturminister ausgetauscht. Vielleicht bringt der neue Infrastrukturminister im Oktober auch neue Impulse.
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