Return in Pounds

Von Dr. Carsten Schmidt

Konfuzius sagt, dass auch der weiteste Weg mit dem ersten Schritt beginnt. Traditional Breakfast in Heathrow war meiner nach Asien, natürlich serviert von einem Inder. Aber wie kam es dazu? Tegel war die Ausgangsstation meiner Reise, wo ich am British Airways Schalter den erschütternden Satz bejahen musste: «Sie haben mehr als ein Gepäckstück!” Ja, ich freches Stück habe mehrere von denen. Dumm für mich, aber «Coline” sagt mir durch ein zuckersüßes Lächeln den gesalzenen Preis von 113 € für den zweiten Koffer, dessen Inhalt ich in den nächsten Monaten in China brauchen werde. Dass mein erstes Stück reichlich mehr als 30 kg hatte, stört Coline nicht.

Nun dauerte es im digitalen Zeitalter, um einen Zettel zu bekommen, bis London, wo mir eine hektisch drein blickende Mitarbeiterin von Kenya Airlines einen halben Meter Faxpapier entgegen feuert, gleich neben dem absurd toleranten multi-faith prayer room, wo also ganz gewiss Moslems neben Juden beten. Nun mag man bei der Dame vom Faxpapier glauben, man könne nicht hektisch blicken, aber wer hektisch gestikuliert und geht und spricht?

Wenige security announcements später – während ich mich frage, warum neben der Liste der Hausweine ein Plakat von Amy Winehouse hängt – will Ralf aus Zwickau das was alle Männer wollen: Traditional Breakfast. Seine Tochter schaut nicht hektisch, aber angewidert in die Karte und hilft pionierhaft dem vermutlich völlig verzweifelten Vati, der in seinen Reiseverbindungen nach der Rückfluggesellschaft schaut. Warum der Kellner-Inder für Schinken auf Ei die Lufthansa wissen bräuchte, weiß Vati Ralf auch nicht. Seine Tochter erklärt es ihm: Das Restgeld ist in Pfund. Vati schürzt die Lippen und macht wissend «mhhh”. Dann wird es ihm aber doch zu bunt, verbessert zu werden, und er sagt: «Ich unterhalte mich hier mit dem Herrn Wetherspoon, also bitte!”

Dr. Carsten Schmidt ist ein Freund und Kollege aus Studientagen, der in China Deutsch und Englisch unterrichten soll. Seine Texte erscheinen auch beim Nachbarn Christian Kohlhof.

Mit dem was der mir namenlose Inder der Firma Wetherspoon zum Glück alles so nicht weiß oder versteht, kann man wohl Bibliotheken füllen. Glücklicher Inder!

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