Scheiße billig

miescha

Als Vielreisender bin ich sanitär einiges gewohnt. Von der stinkenden Sickergrube auf einem Landbahnhof, na ja wenigstens haben die noch ein Scheißhaus, bis zum ultramodernen “MacClean” WC-Wellness-Tempel, habe ich schon fast alles erlebt.

Vor allem die “MacClean”-Bedürfnisanstalten sind angenehm, weil sie zum einen mehr Personal haben als mancher Kleinstadt-Bahnhof, und weil sie tatsächlich sauber und gepflegt sind. Unverschämt allerdings sind die Eintrittspreise zu den Schüsseln. Im Bahnhof Zoo in Berlin kostet die Erleichterung, egal ob groß oder klein, 1,10 Euro! Im Hauptbahnhof sind es 80 Cent. Ein fieser Drehkreuz-Automat verhindert den Eintritt zum Austritt solange man nicht passend gezahlt hat.

In Ludwigslust gibt es keine MacClean-Filiale, sondern noch immer eine Toilette. Genaugenommen sind es sogar zwei. Unisex und auch noch behindertengerecht dazu ,sind die Toilletten rund um die Uhr zugänglich, was schon eine zu würdigende Seltenheit ist. Am Bahnhof Alexanderplatz in Berlin zum Beispiel sollte man zwischen 23 und 6Uhr Blase und Pupe zusammenkneifen, wenn weder pinkeln noch kacken sind in dieser Zeit wegen Verschluss der Örtlichkeit möglich. In Ludwigslust dagegen öffnen 20 Cent den komfortablen Kackschrank, wann immer nötig es nötig macht. 20 Cent – scheiße billig! Der Preis ist allerdings so niedrig, dass er auch gemeinen Klosettpapier-Dieben ihr Handwerk erleichtert. Drei Rollen für 20 Cent – die gibt’s nicht mal bei Aldi.

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