Antenne MV vor ungewisser Zukunft

Der landesweite Privatsender Antenne MV steht vor großen Veränderungen, dem Sender droht Gerüchten zufolge eine Rosskur, die das kriselnde Programm stabilisieren soll. Die Internetseite Radioszene.de verbreitete heute Nachmittag das Gerücht, dass bei Antenne MV eine Entlassungswelle bevorstehe. Demnach sollten die Nachrichten-, Musik- und Sportredakteure den Sender verlassen.  Die von ihnen bearbeiteten Programmbestandteile sollten zukünftig aus Kiel zugeliefert werden. In  Kiel betreibt der Mehrheitseigner von Antenne MV, die Firma Regiocast, die Sender NORA und
R.SH sowie delta radio. Regiocast ist ein deutschlandweit agierendes Medienunternehmen, das in verschiedenen Bundesländern Anteile an Radiosendern besitzt und diese auch aus Zentralredaktionen beispielsweise mit Nachrichten versorgt. Auf Anfrage zu den Gerüchten verweist die Regiocast nach Plate, den Sitz von Antenne MV. Pressesprecher Boris Lochthofen schreibt: „[…] da die REGIOCAST nicht alleiniger Gesellschafter bei ANTENNE MV würde ich Sie bitten, sich bezüglich Ihrer Fragen an die Kollegen vor Ort in Plate zu wenden.“ Aus Plate kommt die Antwort von Geschäftsführer Robert Weber: „[…] die ANTENNE MV bereitet derzeit eine Kommunikation zum Thema vor.“ Diese Kommunikation werde in der kommenden Woche erfolgen.

Die Regiocast hat erst im Dezember 2009 die Mehrheitsanteile an Antenne MV übernommen. 52 Prozent des Senders gehören ihr, 35 Prozent gehören dem Kurierverlag aus Neubrandenburg, der auch den „Nordkurier“ herausgibt. Regiocast-Geschäftsführer Rainer Poelmann hatte im Dezember per Pressemitteilung verkündet: „Wir freuen uns sehr über das intensivierte Engagement in Mecklenburg-Vorpommern und wir werden zeigen, dass es selbst unter den nicht einfachen wirtschaftlichen Bedingungen möglich ist, Qualität und Effizienz erfolgreich zu verbinden.“ Die Regiocast will das Ruder beim einstigen Marktführer in Mecklenburg-Vorpommern herumreißen und den Sender wieder auf Erfolgskurs bringen. Der Privatsender muss wieder mehr Geld verdienen. Antenne MV hat in den vergangenen Jahren massiv Hörer verloren und ist weit hinter den privaten Konkurrenten Ostseewelle Hitradio Mecklenburg-Vorpommern zurückgefallen. Die Einbrüche bei den Hörerzahlen wirkten sich unmittelbar auf die Werbeeinnahmen aus, denn weniger Hörer bedeuten im Privatradio weniger Reichweite und damit weniger Geld für Werbezeiten.

Die Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern hatte die Veränderungen der Eigentümerstruktur begrüßt und der für Sendelizenzen zuständige Rundfunkausschuss gab grünes Licht für die Übernahme: „Der Rundfunkausschuss verbindet mit diesem Beschluss die Hoffnung, dem ersten in Mecklenburg-Vorpommern lizenzierten Sender den Weg einer nachhaltig positiven wirtschaftlichen Perspektive geebnet zu haben.“ Die Perspektiven für Antenne MV haben sich aber am vergangenen Mittwoch erneut verdüstert. Es gab neue Hiobsbotschaften von den Einschaltquoten. Antenne MV hat nochmals Hörer eingebüßt. Knapp 15 Prozent weniger sind es in der Altersgruppe von 14 – 49 Jahren, damit sinken auch die Werbeeinnahmen weiter. Die nun bevorstehenden Veränderungen dürften als Antwort auf den anhaltenden Misserfolg des Senders zu verstehen sein. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll deshalb auch Programmchef Ecki Raff, der erst vor knapp 2 Jahren nach Plate gekommen war, gehen. Raff hatte bisher keine glückliche Hand mit Antenne MV. Er verpasste dem Programm nach seinem Amtsantritt, als es noch Antenne Mecklenburg-Vorpommern hieß, den Zusatz „Hitradio“. Das führte zu einem Rechtsstreit mit Ostseewelle Hitradio Mecklenburg-Vorpommern. Antenne durfte sich zwar weiter „Hitradio“ nennen, machte davon aber nur noch kurze Zeit Gebrauch und firmiert seit September vergangenen Jahres als Antenne MV – mit dem Namen, den der Sender schon bei seiner Gründung 1993 trug. Mit der Rückbenennung hatte man an erfolgreiche Zeiten anknüpfen wollen und auch ein erneuertes Programm versprochen. Geholfen hat das offenbar nichts.

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Quellen:

Erstellt mit Material von www.radioszene.de, www.regiocast.de, www..medienanstalt-mv.de, www.rms.de, www.radiowoche.de, Telefonrecherche, Internetrecherche

Über miescha

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3 Antworten auf Antenne MV vor ungewisser Zukunft

  1. Pingback: Antenne MV – neuer Programmchef, weniger Personal « miescha.de

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  3. roland müller sagt:

    kommentar zur programmablaufgestaltung am weihnachtswochenende:
    leider zu oft nur konserve,nicht aktuell,beispiel:nachrichten 5 min. vor 07.00
    …stromausfall in zwickau..war zu dieser zeit schon lange erledigt..kein aktueller beitrag zur verkehrslage…
    zeitansagen wunschdenken ,weil konserve sich schlecht mit zeitansagen synchronisieren lässt…
    so muß man mit floskeln den/die hörer vergraulen..ex hörer roland (68)

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