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	<title>miescha.de &#187; Journalismus</title>
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		<title>Wenn Gott in die Gegend scheißt&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 15:20:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miescha</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Überschriften taugen auch als Kurzwitz. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;, dann ist das wohl durchaus musikalisch:</p>
<p><a href="http://blog.miescha.de/wp-content/uploads/2010/08/Göttlicher-Haufen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-889" title="Göttlicher Haufen" src="http://blog.miescha.de/wp-content/uploads/2010/08/Göttlicher-Haufen.jpg" alt="" width="654" height="547" /></a></p>
<p>Mir stellt sich die Frage, ob die abgebildeten Herren Scheißkerle sind, wenn dort in Melzow ein göttlicher Haufen gesungen hat.</p>
<p>Der Kollege Oliver Spitza klärt im Artikel, das Konzert zum Altarsjubiläum sei &#8220;ein wunderbares &#8216;Ständchen&#8217; eines „göttlichen Haufens“. Denn nichts anderes bedeutet der neugriechische Name &#8216;Thios Omilos&#8217;.&#8221;</p>
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		<title>Demokratie brauche Grenzen</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2010 10:51:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miescha</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Matthias Trenn]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Lokalredakteur schreibt, der "Demokratie sind irgen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der <a href="http://www.ostsee-zeitung.de/greifswald/index_artikel_komplett.phtml?param=news&amp;id=2860314" target="_blank">Greifswalder Zeitung</a> habe ich den dümmsten Satz der jüngeren Geschichte gelesen: &#8220;Allerdings sind der Demokratie auch irgendwo Grenzen zu setzen.&#8221; Das ist dem Anschein nach kein Zitat, sondern stammt vom Redakteur des Artikels, Matthias Trenn.  Hintergrund ist der andauernde Streit zwischen zwei Greifswalder Fußballvereinen, deren Chefs sich jetzt zusammengesetzt haben, um eine Fusion und ein Ende des Streits zu initiieren. Die Wortwahl des Redakteurs zeugt von begrenztem Verständnis für das, was Vereine und ihre Arbeit ausmacht: Demokratische Entscheidungsprozesse. Die Mitglieder des Vereins entscheiden gemeinsam, was aus ihrem Verein werden soll. Nicht irgendwer aus der Führung entscheidet allein über die Geschicke des Vereins. Die Mitglieder des Vereins stecken den Rahmen ab, innerhalb dessen sie arbeiten und die Arbeit des Vereins entwickeln wollen. Vereine sollten Brutstätten der Demokratie sein, nicht Wahlclubs, in denen die Entscheidungen Einzelner nur noch abgesegnet werden. Wenden wir den Satz doch einmal auf die Greifswalder Kommunalpolitik an. Alle Bürger der Stadt haben einen König gewählt, nach alter deutscher Sitte.  Da sitzt dann der König und sagt wo es langgeht. Der schafft auch gleich die Stadtverordnetenversammlung ab, setzt der Demokratie damit Grenzen. Und dann will er sich auch ein schönes neues Schloss mitten in der Stadt bauen, in dem sein Hofstaat arbeiten soll. Das der Bau fasst die Schatzkammer komplett leert, kommt dann nicht raus, weil der König ja allein entscheidet und keiner nachfragt und seine Entscheidungen kritisch begleitet oder sogar ablehnt. Mitgliederversammlungen sind kleine Parlamente, keine Volkskammern.  Die Mitgliederversammlung ist das Gremium, in dem der Weg eines Vereins bestimmt wird. Vereinspräsidenten sind auch kleine Wahlkönige, aber sie führen den Vereinswillen aus. Sie können Vorschläge machen, aber die Mitglieder entscheiden, wo es langgeht. Wenn Mitgliederversammlungen nur abnicken sollen, tut das den Vereinen nicht gut. Verständnis für Demokratie und demoktratische Verfahren kann nur entwickeln, wer sie auch lebt. Das ist in Vorpommern besonders wichtig, wo Menschen immer wieder den Heilsversprechen führergläubiger Scharlatane im bürgerlichen Gewand erliegen. In jedem kleinen Verein sind demokratische Entscheidungen wichtig. Der Demokratie sind keine Grenzen zu setzen. Fertig. Hat Matthias Trenn Angst vor Demokratie? Selbst vor der repräsentativen Demokratie, wie sie in Deutschland von der kleinsten Gemeinde bis hin zum Bundestag praktiziert wird?</p>
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		<title>Antenne MV &#8211; neuer Programmchef, weniger Personal</title>
		<link>http://blog.miescha.de/index.php/2010/07/21/antenne-mv-bekommt-neuen-programmchef/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 15:55:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miescha</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Antenne MV]]></category>
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		<description><![CDATA[Der landesweite Privatsender Antenne MV will mit wenige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="http://blog.miescha.de/index.php/2010/07/16/antenne-mv-vor-ungewisser-zukunft/" target="_blank">Turbulenzen</a> bei Antenne MV haben ein vorläufiges Ende gefunden. Der Vertrag von Programmdirektor <a href="http://www.xing.com/profile/Ecki_Raff" target="_blank">Ecki Raff </a>endet am 31.12.2010, sein  Nachfolger wird Chefredakteur <a href="http://www.xing.com/profile/Peer_Wellendorf" target="_blank">Peer Wellendorf</a>, der erst im Frühjahr auf  diese Position gekommen war. In einer <a href="http://blog.miescha.de/wp-content/uploads/2010/07/2010.07.21_PI-AMV.pdf" target="_blank">Pressemitteilung</a> schreibt Antenne  MV Geschäftsführer <a href="http://www.xing.com/profile/Robert_Weber3" target="_blank">Robert Weber</a>, dass man Ecki Raff für seine Arbeit  danke und damit der strukturelle Umbauprozess im Sender beendet sei.  Raff hinterlasse „ein strukturell und organisatorisch für die Zukunft  hervorragend aufgestelltes, qualifiziertes und engagiertes Team.“ Wie  diese Aussage vor dem Hintergrund der aktuellen Entlassungen zu bewerten  ist, wird die Zukunft zeigen müssen. Raff übernehme &#8220;auf eigenen Wunsch eine neue Aufgabe im Medienbereich.&#8221;</p>
<p>Die Stimmung bei Antenne MV sei schlecht, Unsicherheit und Verbitterung prägten die Stimmung, berichtet dagegen ein Insider, der anonym bleiben möchte. Geschäftsführer Robert Weber kehre derzeit mit dem Eisernen Besen in seinem Haus und hat mindestens 6 Mitarbeiter gekündigt, 3 Mitarbeiter aus der On-Air-Produktion und 3 Mitarbeiter aus der Redaktion. Wie viele Mitarbeiter tatsächlich gehen müssen ist aber unklar, wie aus Gesprächen mit unterschiedlichen Personen, die mit den Vorgängen vertraut sind, hervor geht. Sicher ist, dass mehrere Mitarbeiter das Haus sofort verlassen mussten. Ein Teil der als gekündigt geltenden Mitarbeiter sei jedoch vorerst weiter für Antenne MV tätig.  In einem pessimistischen Szenario beschreibt eine mit den Veränderungen vertraute Person den Aufbau des Senders nach dem Umbau als „Mannschaft aus Volontären, Moderatoren und einer halben Nachrichtenstelle“. Die Nachrichten im Programm werden demnach aus Kiel zugeliefert, wo der Hauptgesellschafter von Antenne MV, die Firma Regiocast, Sender für Schleswig-Holstein und eine zentrale Nachrichtenredaktion betreibt.</p>
<p>Chefredakteur Peer Wellendorf kommt von <a href="http://www.radionora.de/nora/home/start.html" target="_blank">Radio NORA</a>, einem der <a href="http://www.regiocast.de/unternehmen/beteiligungen/" target="_blank">Regiocast-Sender</a> in Schleswig-Holstein. Seit Januar sind die Regiocast mit 52 Prozent und der <a href="http://www.nordkurier.de/impressum/index.php" target="_blank">Kurierverlag</a> aus Neubrandenburg, der auch die Tageszeitung „<a href="http://www.nordkurier.de/" target="_blank">Nordkurier</a>“ herausgibt, mit 35 Prozent an Antenne MV beteiligt, die restlichen Anteile werden von 5 Einzelgesellschaftern gehalten. Die Übernahme war mit zuversichtlichen Ankündigungen der neuen Gesellschafter und auch der Landesmedienanstalt verbunden. „Unterstützt durch die regionale Kompetenz des Nordkuriers und der verbleibenden Gesellschafter aus Mecklenburg-Vorpommern erhält ANTENNE MV mit der Ausweitung des Engagements der REGIOCAST Zugang zu allen Radiodienstleistungen aus dem Netzwerk des integrierten Radioanbieters.“, schrieb die Regiocast damals in einer Pressemitteilung. Die Entlassungen bei Antenne MV führten das allerdings ins Absurde, wenn die Nachrichtenredaktion künftig nur noch aus einer halben Redakteursstelle und Zulieferungen aus der Zentralredaktion bestehen sollte. Die Hauptnachrichtensendung „Journal“, die um 18Uhr lief und mit 8 Minuten Sendezeit Raum für Vertiefungen und Hintergründe bot, ist bereits eingestellt worden.</p>
<p>Der Chef der <a href="http://www.medienanstalt-mv.de/about/direktor.html" target="_blank">Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern</a>, Dr. Uwe Hornauer, befindet sich derzeit im Urlaub und war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern, die die Aufsicht über Antenne MV hat, sei über die Personalentscheidungen nicht informiert worden, sagt <a href="http://www.medienanstalt-mv.de/about/ansprechpartner.html" target="_blank">Sprecher Bert Lingnau</a>. Dies sei auch nicht notwendig, da die Medienanstalt nur das Programm beaufsichtige, dies geschehe auch ständig. Sollte sich zeigen, dass Antenne MV mit den Veränderungen nicht mehr die in der Lizenz geforderte Regionalität habe, werde sich der Rundfunkausschuss sicher damit beschäftigen, der für Lizenzfragen zuständig ist, dafür sei es aber noch viel zu früh. Die Zusammenarbeit mit Antenne MV sei bisher auch sehr gut gewesen, so Lingnau. Der Deutsche Journalistenverband in Mecklenburg-Vorpommern  kritisiert die Vorgänge bei Antenne MV scharf. „Mit dem Wegfall der eigenen Nachrichtenredaktion und den Zukauf von Nachrichten aus Kiel wird man weder dem Anspruch größerer Regionalität und Vielfalt noch verbesserter Qualität gerecht. […] Wer an journalistischer Kompetenz spart, verkommt zur Musikabspielstation mit Werbeeinlagen.“, so Sprecherin<a href="http://www.djv-mv.de/index.phtml?view-3&amp;SpecialTop=" target="_blank"> Sybille Ekat</a>. Antenne MV Geschäftsführer Robert Weber zeigt sich in seiner Pressemeldung aber sicher, dass der strukturelle Umbau und der neue Programmchef „eine zukunftsfähige Mischung aus Modernität und Regionalität“ bringen werden.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Quellen:</p>
<p>Telefonrecherche, Schriftverkehr mit Antenne MV und Deutscher Journalistenverband &#8211; Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, www.xing.com (öffentlicher Bereich), www.regiocast.de, www.nordkurier.de, www.lrz-mv.de</p>
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		<title>Veteran im Abseits – Unermüdlich im Einsatz (3)</title>
		<link>http://blog.miescha.de/index.php/2010/07/19/veteran-im-abseits-unermudlich-im-einsatz-3/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 20:08:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miescha</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Robert Müller hat die Explosion einer Rakete in Kabul  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Stadtrand von Stade in Niedersachsen: Mit Hotels in Bauernhaus-Optik und einer Tankstelle fasert die Stadt in das Umland aus. Hier wartet Robert Müller, Afghanistanveteran der Bundeswehr. Ein großer, sympathischer Mann mit Stoppelbart und hellen, blauen Augen. Die Innenstadt meidet er, da ist ihm zuviel los, da sind zuviele Gesichter. Er versucht jede Situation, jeden Raum, jeden Menschen in seiner Umgebung zu erfassen. &#8220;Das ist eine Angewohnheit aus der Soldatenzeit.&#8221; Sein Händedruck ist fest, unter dem roten T-Shirt spielen Muskeln. Er wirkt angespannt, denn er muss gleich Autofahren und das mag er nicht, weil er den Stress nicht mehr verträgt. „Ich bin halt nicht der, der nachgibt. Es kann dann… Gottseidank ist noch nichts Schlimmeres passiert. Bis jetzt haben die anderen immer nachgegeben.“ Wenn er sich zu sehr ärgert, muss er rechts ranfahren und eine Pause machen. Heute passiert nichs, als er hochkonzentriert mit seinem alten Golf-Kombi durch die Stadt fährt. Immer wieder schaut er dabei auf sein I-Phone. Geht auch ran, wenn es klingelt. „Bis jetzt bin ich auch noch nicht erwischt worden mit dem Telefon im Auto. Die Konzentration schaff ich noch. Zumal ich in Kabul, wie gesagt, mit dem Funkgerät… Ich sag immer: Wer in Kabul mitm Einsatzfahrzeug unterwegs war und nebenbei funken konnte, der kann auch hier mit Handy im Straßenverkehr umgehen nebenbei.“</p>
<p>Auch wenn Müller lacht: Seine Stimmung ist schlecht, weil er sich überanstrengt fühlt. Er braucht eine Pause. Ruhe sucht er bei einem Kaffee in einem McDonalds an einer Autobahnauffahrt. Bevor Müller am Tresen seinen Kaffee bestellt, schaut er sich beim Hereingehen kaum merklich um, spannen sich die Armmuskeln. „Es ist ja relativ leer. Wenn du mitgezählt hast, dann sind nur 6 Mitarbeiter dort und ein Teamleiter, der hinten sitzt. Es ist also relativ leer und ich weiß wer hier ist und wer wo sitzt und das ist okay.“ Hier bestellt immer noch der hoch spezialisierte Soldat Robert Müller Kaffee. Ohne Lageanalyse geht er nicht rein. Wenn es zu viele Menschen sind, fährt er nur schnell an den McDrive-Schalter. Heute setzt er sich mit seinem Kaffee in eine Ecke und schüttet mehrere Zuckerbeutel hinein. Gegessen hat er noch nichts, der Zucker soll Energie geben. Müller hält sich am Becher fest und stockt immer wieder beim Erzählen, weil ihm etwas nicht einfällt. „Es ist erschreckend. Ich denke dann immer, so muss sich jemand fühlen, der Demenz oder so hat. So schleichend, dass dann so Sachen weg sind.“ Müller ist ungezählte Male untersucht worden, hat Tests gemacht und lag im Kernspintomographen. „Es ist aber nichts. Es ist tatsächlich die PtBs, die das, die mein Gehirn so grillt, sag ich mal, durchgrillt.“ Plötzlich wirkt der kräftige Kerl angreifbar, die konzentrierte Maske fällt. Robert Müller hat vor 7 Jahren mit viel Glück die Explosion einer Rakete in Kabul überlebt. Bei ihrer Entschärfung war geschlampt worden. 5 Kameraden starben vor seinen Augen.</p>
<p>Das Telefon summt auf dem Tisch. Müller strafft sich, schaut auf das Display und geht zum Auto. „Telefonklingeln. Guten Tag. Sedlazek-Müller. Ich hab ´n Moment Zeit.“ Schon wieder hängt Müller an seinem Handy. Kurz und knapp antwortet er. Sagt, wen er kennt, was er tun kann und bietet Hilfe an. „Ich mag die Frau sehr gern. Das ist jemand vom Sozialdienst der Bundeswehr. Und ich hab mehr Informationen und mehr Möglichkeiten Soldaten zu helfen, auf dem Rechtsweg auch.“ Auf dem kurzen Weg nach Hause summt das Telefon unentwegt weiter. Müller steckt es nur noch in die Tasche, schaut erst nach, als er vor seinem Wohnhaus steht. „Öhm. Einmal hat sich gerade gemeldet die Deutsche Kriegsopferfürsorge und will mir helfen und sagt mir auch, dass da schon ein guter Kontakt zum Sozialdienst besteht. Und zum Anderen hat sich das Versorgungsamt Oldenburg auch gemeldet. Die rufen wir aber heute Nachmittag an, wenn ein bisschen mehr Luft ist. Das ist grad zuviel. Ich drück die auch alle nur noch weg“. Jeden Tag geht das so.</p>
<p>Eigentlich hat Robert Müller heute frei. An Ruhe ist aber nicht zu denken. Entspannung verspricht jetzt nur ein Spaziergang mit seinem Hund Idor, den er aus der Wohnung holt. „Hundetatzen auf Asphalt, Hund schnüffelt an Mikrofon. Müller: Ja, das ist Idor.“ Ein wenig hüftsteif humpelt Idor aus dem Haus. Freundlich wedelnd schaut sich der Belgische Schäferhund um und pinkelt erstmal an den Wegrand. 30.000 Euro wackeln da gemächlich an Hecken schnüffelnd durch die Eigenheimsiedlung. Idor ist ein pensionierter Spezialist, kann Bomben aufspüren und Menschen schützen.  Mit seiner graumelierten Schnauze stupst er sein Herrchen an. „Ich habe jahrelang mit Idor in einem Zweimannrudel gelebt, sozusagen. Er war ja über viele Jahre hinweg mein Schatten gewesen. Verantwortung mir gegenüber hat er gezeigt, wo ich 4 Monate in der Kaserne allein mein Zimmer hatte, wo er für mich da war, wenn ich nicht wusste wohin mit meiner Einsamkeit, Traurigkeit und ja, auch Wut.“ Den teuer ausgebildeten Hunderentner versorgt Müller jetzt allein. Der Bund zahle keinen Cent, sagt er kurz vor der Haustür.</p>
<p>Idor geht vor, erklimmt die gefliesten Stufen ins Obergeschoss, wo Robert Müller gemeinsam mit seiner Frau und dem Hund lebt. Zuerst geht Müller in die weiße Einbauküche. Er macht erstmal Kaffee, sein Lebenselixier von dem er reichlich trinkt. „Ja, 2 Liter. Das sind bestimmt 2, 2einhalb Liter. Ja, daher auch nicht umsonst der Begriff Kaffeejunkie inzwischen.“ Ein paar Schritte weiter liegt das Wohnzimmer mit Couch, großer, grüner Palme, Balkon und weißer Anbaureihe. Ganz am Rand liegen darin Medaillen, Bilder, Pässe und Urkunden. Die Geschichte des Soldaten Robert Müller. Neben den Medaillen liegt Metall. Silbrig glänzend und sehr scharfkantig, etwa so groß wie eine Kinderhand. „Ja, das ist ne SA-3, äh, ein Stück von der Boden-Luft-Abwehrrakete.“ Ein Stück von der Rakete, die 5 Kameraden getötet und sein Leben so schwer gemacht hat.</p>
<p>Aus dem kleinen Arbeitszimmer gegenüber holt er einen dicken Aktenordner. Angespannt setzt sich er sich, presst die Fersen an die Couch und die Zehen hart auf den Fußboden. Er blättert in dem Wust aus Attesten, Schriftwechseln und Fotos. Eines davon zeigt seinen Rücken. Übersät mit dunklen, roten Flecken. „Ja, das hat meine Frau mal fotografiert, als ich morgens aufgewacht bin. Mein ganzer Körper juckte. Ich hab an den Füßen auch richtig Narben, richtig Einblutungen“. Das ist die Nesselsucht die mittlerweile fast an jedem Abend beim Einschlafen kommt, dazu Alpträume. Am Tag hat er Essstörungen und Wutanfälle. Beim Blättern im Ordner reibt sich Müller angespannt die Hände, kratzt am Hals, nestelt an der Kaffeetasse, stockt wenn er von seinem Leidensweg erzählt. „Ich bekam halt immer wieder mit, dass die Akte nirgends aufzufinden ist. Zwischendurch war ich dann in Berlin und selbst da war die Akte nicht zu finden. Es wurde dann auch eine G-Akten-Suchmeldung gemacht. Das bedeutet, dass in allen Standorten in Deutschland nach meiner Akte gesucht wurde.“ Die ist bis heute nicht aufgetaucht.</p>
<p>Hinzu kommt, dass er keine Versorgungsansprüche geltend machen kann, wie sie anderen Veteranen aus Auslandseinsätzen zustehen. Das Gesetz dazu hat nämlich einen Stichtag. Müllers Unglück passierte vor diesem Stichtag, die Versorgungsregelung erfasst ihn und andere Veteranen nicht. Er kennt sie fast alle. „Also 12 Kameraden, die durch die Stichtagsregelung von der Versorgung ausgeschlossen werden.“ Der Schreibtisch im kleinen Arbeitszimmer quillt über mit Papieren, Notizen, Zeitungsausschnitten. An den Wänden hängen Bilder aus Einsätzen, die er voller Stolz zeigt. „Ich weiß, dass es mal anders war. Aber ich kann mich nicht mehr erinnern, ich weiß nicht mehr, wie es sich anfühlt normal zu leben“. Müller wirkt angestrengt und kraftlos. „Das kann auch nur aufhören, wenn die Gerechtigkeit tatsächlich richtig gesiegt hat, dass diese Stichtagsregelung gekippt ist. Dann kann ich auch anfangen eine Therapie zu machen.“ Das Robert Müller nicht aufgibt, zahlt sich jetzt aus. Die Stichtagsregelung soll aufgehoben werden. Er will sich im nächsten Jahr einer Therapie unterziehen.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p>Quellen:</p>
<p>Eigenrecherche</p>
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		<title>Antenne MV vor ungewisser Zukunft</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 16:19:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miescha</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Antenne MV steht vor großen Veränderungen. Gerüchten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der landesweite Privatsender <a href="http://www.antennemv.de" target="_blank">Antenne MV</a> steht vor großen Veränderungen, dem Sender droht Gerüchten zufolge eine Rosskur, die das kriselnde Programm stabilisieren soll. Die Internetseite <a href="http://www.radioszene.de/?p=15735" target="_blank">Radioszene.de</a> verbreitete heute Nachmittag das Gerücht, dass bei Antenne MV eine Entlassungswelle bevorstehe. Demnach sollten die Nachrichten-, Musik- und Sportredakteure den Sender verlassen.  Die von ihnen bearbeiteten Programmbestandteile sollten zukünftig aus Kiel zugeliefert werden. In  Kiel betreibt der Mehrheitseigner von Antenne MV, die Firma <a href="http://www.regiocast.de/startseite/" target="_blank">Regiocast</a>, die Sender NORA und<br />
R.SH sowie delta radio. Regiocast ist ein deutschlandweit agierendes Medienunternehmen, das in verschiedenen Bundesländern Anteile an Radiosendern besitzt und diese auch aus<a href="http://www.regiocast.de/services/" target="_blank"> Zentralredaktionen beispielsweise mit Nachrichten versorgt</a>. Auf Anfrage zu den Gerüchten verweist die Regiocast nach Plate, den Sitz von Antenne MV. Pressesprecher Boris Lochthofen schreibt: „[…] da die REGIOCAST nicht alleiniger Gesellschafter bei ANTENNE MV würde ich Sie bitten, sich bezüglich Ihrer Fragen an die Kollegen vor Ort in Plate zu wenden.“ Aus Plate kommt die Antwort von Geschäftsführer Robert Weber: „[…] die ANTENNE MV bereitet derzeit eine Kommunikation zum Thema vor.“ Diese Kommunikation werde in der kommenden Woche erfolgen.</p>
<p>Die Regiocast hat erst im Dezember 2009 die <a href="http://www.medienanstalt-mv.de/news/pressrelease/101.html?highlight=antenne" target="_blank">Mehrheitsanteile an Antenne MV</a> übernommen. 52 Prozent des Senders gehören ihr, 35 Prozent gehören dem <a href="http://www.nordkurier.de/impressum/index.php" target="_blank">Kurierverlag</a> aus Neubrandenburg, der auch den „Nordkurier“ herausgibt. Regiocast-Geschäftsführer Rainer Poelmann hatte im Dezember per Pressemitteilung verkündet: „Wir freuen uns sehr über das intensivierte Engagement in Mecklenburg-Vorpommern und wir werden zeigen, dass es selbst unter den nicht einfachen wirtschaftlichen Bedingungen möglich ist, Qualität und Effizienz erfolgreich zu verbinden.“ Die Regiocast will das Ruder beim einstigen Marktführer in Mecklenburg-Vorpommern herumreißen und den Sender wieder auf Erfolgskurs bringen. Der Privatsender muss wieder mehr Geld verdienen. Antenne MV hat in den vergangenen Jahren massiv Hörer verloren und ist weit hinter den privaten Konkurrenten Ostseewelle Hitradio Mecklenburg-Vorpommern zurückgefallen. Die Einbrüche bei den Hörerzahlen wirkten sich unmittelbar auf die Werbeeinnahmen aus, denn weniger Hörer bedeuten im Privatradio weniger Reichweite und damit weniger Geld für Werbezeiten.</p>
<p>Die Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern hatte die Veränderungen der Eigentümerstruktur begrüßt und der für Sendelizenzen zuständige Rundfunkausschuss gab grünes Licht für die Übernahme: „Der Rundfunkausschuss verbindet mit diesem Beschluss die Hoffnung, dem ersten in Mecklenburg-Vorpommern lizenzierten Sender den Weg einer nachhaltig positiven wirtschaftlichen Perspektive geebnet zu haben.“ Die Perspektiven für Antenne MV haben sich aber am vergangenen Mittwoch erneut verdüstert. Es gab neue Hiobsbotschaften von den Einschaltquoten. <a href="http://www.media-analyse.rms.de/ma/online/2010radio2/rw?gg=0&amp;ma=19&amp;item=26&amp;ds=0&amp;vv=0&amp;zg=21&amp;zg=1&amp;zg=38&amp;zg=39" target="_blank">Antenne MV hat nochmals Hörer eingebüßt. </a>Knapp 15 Prozent weniger sind es in der Altersgruppe von 14 – 49 Jahren, damit sinken auch die Werbeeinnahmen weiter. Die nun bevorstehenden Veränderungen dürften als Antwort auf den anhaltenden Misserfolg des Senders zu verstehen sein. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll deshalb auch Programmchef Ecki Raff, der erst vor knapp 2 Jahren nach Plate gekommen war, gehen. Raff hatte bisher keine glückliche Hand mit Antenne MV. Er verpasste dem Programm nach seinem Amtsantritt, als es noch Antenne Mecklenburg-Vorpommern hieß, den Zusatz „Hitradio“. Das führte zu einem Rechtsstreit mit Ostseewelle Hitradio Mecklenburg-Vorpommern. Antenne durfte sich zwar weiter „Hitradio“ nennen, machte davon aber nur noch kurze Zeit Gebrauch und firmiert seit September vergangenen Jahres als Antenne MV &#8211; mit dem Namen, den der Sender schon bei seiner Gründung 1993 trug. Mit der Rückbenennung hatte man an <a href="http://www.radiowoche.de/index.php?p=news&amp;area=1&amp;newsid=7789&amp;name=antenne-mv-heisst-wieder-antenne-mv" target="_blank">erfolgreiche Zeiten anknüpfen </a>wollen und auch ein erneuertes Programm versprochen. Geholfen hat das offenbar nichts.﻿</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Quellen:</p>
<p>Erstellt mit Material von www.radioszene.de, www.regiocast.de, www..medienanstalt-mv.de, www.rms.de, www.radiowoche.de, Telefonrecherche, Internetrecherche</p>
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		<title>D-oh! &#8211; für Sprachpuristen</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Jun 2010 20:14:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miescha</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<description><![CDATA[Herrje, liest denn niemand mehr Korrektur? Wirklich nie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die norddeutsche Ostseezeitung verbreitet die Meldung der Deutschen Presseagentur, dass süddeutsche Schüler im Schulvergleich besser abschnitten als norddeutsche mit <a href="http://www.ostsee-zeitung.de/nachrichten/brennpunkt/index_artikel_komplett.phtml?param=news&amp;id=2808151" target="_blank">dieser Meldung:</a></p>
<p><a href="http://blog.miescha.de/wp-content/uploads/2010/06/Ostseezeitung-über-Schulvergleich.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-815" title="Ostseezeitung über Schulvergleich" src="http://blog.miescha.de/wp-content/uploads/2010/06/Ostseezeitung-über-Schulvergleich.jpg" alt="" width="498" height="354" /></a></p>
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		<title>Veteran im Abseits (2)</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jun 2010 15:48:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miescha</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Skizze eines Lebens mit posttraumatischer Belastung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Als ich von der Explosion in Göttingen gehört habe, bei der die Kampfmittelräumer gestorben sind, musste ich erstmal rechts ranfahren und habe mich übergeben.&#8221;, sagt Robert Müller unvermittelt. &#8220;Da kam alles wieder hoch.&#8221;, fügt er noch hinzu.  &#8220;Alles&#8221;, das sind Roberts Erfahrungen aus 4 Auslandseinsätzen für die Bundeswehr. Einmal war er im Kosovo, dreimal in Afghanistan. 2002 hat er dort die Explosion einer zur Entschärfung vorgesehenen Rakete überlebt. 5 Kameraden starben damals. Müller ist danach noch zweimal nach Afghanistan zurückgekehrt.  Sein Händedruck ist fest, unter dem roten T-Shirt spielen Muskeln, ein großer Mann mit Stoppelbart und hellen, blauen Augen &#8211; Typ sympathisch. &#8220;Wollen wir einen Kaffee trinken? Hier? Aber nicht in der Stadt, da ist mir zuviel los.&#8221; Wir sind am Stadtrand von Stade, Gewerbegebiets-Ästhetik. Wir setzen uns in ein Hotel-Café, zwei Kännchen. Er ordert später nochmal Zucker nach, sagt, dass er den ganzen Tag noch nichts gegessen habe: &#8220;Ich habe einfach keinen Appetit. Ich muss mich zwingen. Der Zucker gibt mir wohl Energie.&#8221; Robert Müller spricht konzentriert und entschuldigt sich immer wieder dafür, dass er manchmal stockt, der Blick abschweift und er kurz nicht weiß, worüber er gerade gesprochen hat. &#8220;Das ist eine Folge der Belastungsstörung. Da verliere ich den Faden, ganz einfach so.&#8221; Robert Müller verliert manchmal nicht nur einfach den Faden, sondern auch die Kontrolle über sein Inneres. Er hat eine Posttraumatische Belastungsstörung.  &#8220;Dann kippt das und ich werde wütend. Deswegen fahre ich auch kaum noch längere Strecken mit dem Auto, weil mich das unter Druck setzt und es dann manchmal schwierig wird.&#8221; Er schaut dabei ganz sanft, fast wie ein Kind, spricht noch konzentrierter. &#8220;Ich brauche ab und zu eine Pause, wenn es zuviel wird. Zehn, fünfzehn Minuten um wieder runterzukommen. Oder ich rufe meine Notfallnummer an. Das ist wie bei einem Borderliner. Der hat auch ein Notfallköfferchen dabei. So habe ich meine Notfallnummer.&#8221;, erzählt er mit einem kleinen Lächeln. Wer rangeht, wenn er anruft, will er nicht sagen. &#8220;Das hilft, wenn ich da anrufe. Das muss reichen.&#8221;, verfügt er bestimmt. Er kann sich kontrollieren und fürchtet den Kontrollverlust. Gründe seine Notfallnummer anzurufen, gibt es immer wieder. Robert Müller, Zivilist seit 1.Mai, kämpft nämlich noch immer &#8211; innerlich und mit dem Bund. Dort sei er mittlerweile verschrien, sagt er: &#8220;Weil ich mit der Presse rede und den Mund aufmache. Ich bin der Typ, der mit dem Kopf durch die Wand will. Das geht natürlich nicht immer.&#8221; Es will ihm nicht in den Kopf, dass er nach seinen Einsätzen, seiner Ausbildung und seiner Verletzung, mitsamt Diensthund Idor, ins zivile Leben geschickt wurde, ohne das sich die Bundeswehr seiner posttraumatischen Belastungsstörung angenommen hätte und für seine Therapie sorgt. Der Bund zahlt zwar noch ein Übergangsgeld und der Weg ins zivile Leben wird über die Bundeswehr Fachschule in Hamburg mit organisiert &#8211; um die Belastungsstörung und ihre Folgen kümmere sich der Bund in seinem Fall aber nicht.  Müller macht gerade an der Fachschule eine Ausbildung zum Erzieher.  Wenn er davon spricht, lächelt er schüchtern. Die Ausbildung macht ihm Spaß. Er muss sich sehr anstrengen, um die Klausuren zu schaffen, denn er hat eine Konzentrationsschwäche. &#8220;Das hat mit der PtBs zu tun. Ich muss mich heftig vorbereiten, um die Klausuren zu schaffen.&#8221;, sagt er. Wenn er von der Schule nach Hause kommt, muss er erst einmal schlafen. &#8220;So zwei Stunden meistens, um mich zu erholen.&#8221;, berichtet er. Der Bund hat mittlerweile eine Weiterverwendungsregelung, die dafür sorgt, das Soldaten, die im Einsatz verwundet werden, solange von der Bundeswehr beschäftigt werden, bis sie im zivilen Leben eine Arbeit haben und Geld wird auch ausgezahlt &#8211; aber diese Regelung ist mit einem Stichtag versehen worden. Roberts Verwundung und ihre psychischen Folgen fallen vor den Stichtag, somit hat er keine Ansprüche aus der Weiterverwendungsregelung. Die Bundeswehr versorgt Veteranen, aber eben nicht alle. Nach Müllers Zählung betrifft das auch noch mindestens 14 andere Kameraden. Er sagt, er kämpfe deswegen nicht nur für sich selbst und es gibt da auch noch einen Kameraden, der, ähnlich belastet, ganz zurückgezogen von Hartz IV lebt und dem es noch viel schlechter gehe. Seinen &#8220;Buddy&#8221;, wie er ihn immer nennt. Roberts &#8220;Buddy&#8221; zu sein, bedeute  mehr als Freundschaft im landläufigen Sinne. Da unterscheidet er rigoros. Für seinen Buddy, der schon erfolglos gegen den Bund geklagt hat und die anderen Kameraden setze er sich ein. Deswegen ist Robert Müller mittlerweile ein Netzwerker, eine Kontaktbörse, ein Vermittler, ein Kümmerer. Seine Geschichte hat es bereits in ein Buch, die FAZ und den Wehrbericht des Wehrbeauftragten des Bundestages geschafft. Manchmal wird ihm das zuviel. Woher er die Kraft fürs Weiterkämpfen nimmt, weiß er auch nicht so genau, denn schon für einfache Alltagsdinge braucht er oft einen Anstoß. Nur eins weiß er: &#8220;Ich habe kein Helfersyndrom. Der Stichtag soll neu festgelegt werden, damit alle, die es betrifft,  erfasst und versorgt werden.&#8221;</p>
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		<title>Veteran im Abseits</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jun 2010 07:44:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miescha</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Robert ist Veteran des Afghanistan-Einsatzes der Bundes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Robert ist Veteran des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr. Vor 8 Jahren hat er die Explosion einer zur Entschärfung vorgesehenen Rakete in Kabul überlebt. Nach dem Unglück und seiner Genesung kehrte er noch zweimal in den Einsatz dorthin zurück. Unerkannt und unbehandelt reiste eine posttraumatische Belastungsstörung mit, die ihn und sein Leben immer stärker verändern sollte. Robert  lebt heute in Stade und versucht nach seiner Entlassung aus der Bundeswehr ein normales Leben zu führen. Ich besuche Robert in den kommenden Tagen und will seine Geschichte erzählen &#8211; hier im Blog und später im Radio.</p>
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		<title>Handwerk, Rausch und Raufhändel</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 15:10:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miescha</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Persönliches]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein kleines Volksfest, in einer kleinen Stadt mit besof [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist kurz nach elf, das Museumsfest in Pasewalk hat gerade begonnen. Es soll ein Museumsfest zum Mitmachen sein in diesem Jahr. Die Sonne scheint, Gulaschkanone, Grill und Bierwagen stehen bereit. Der Veranstalter hat historisches Handwerk, eine Wikingertruppe, einen archäologischen Sandkasten und freien Eintritt aufgeboten, um direkt am Museum Pasewalk die Besucher in den Bann zu ziehen.  Freier Eintritt ist wichtig in einer Region, in der die Menschen zuallererst fragen, was das Buddeln oder Mitmachen kosten soll, bevor sie ihre Kinder von der Hand lassen. Ein liebevolles, kleines Fest.</p>
<p>Der Bierwagen wird seit seiner Öffnung von einer deutschnationalen Besuchergruppe belagert, denen das Bier nicht schnell genug in die Plastikbecher fließen kann. Als die Mittelalter-Band für die Bühne angekündigt wird, bewegen sich die tätowierten und in die Thor-Steinar-Sommerkollektion gekleideten Biertrinker in das kleine Zuschauer-Halbrund vor der Bühne. Dort hat es sich bereits ein Betrunkener gemütlich gemacht, der als Stadtstreicher den Samstagvormittag ebenfalls mit Bier in rauen Mengen begonnen hat. Die Braunen setzen sich in die leicht erhöhte dritte Reihe, der rotgebrannte Stadtstreicher sitzt ganz vorn, lallt vor sich hin und versucht Lieder anzustimmen. Schnell fliegen die ersten Beleidigungen hin und her, dann ein Stuhl. Andere Besucher springen auf, laufen in Richtung des Handwerkermarktes. Eine Schaustellerin wendet sich an den Veranstalter, der geht festen Schrittes in die Arena.  Er versucht herauszufinden, wer die Pöbeleien angefangen hat, warum der Stuhl geflogen ist.  Heftig gestikulierend steht er zwischen den Krawallbrüdern. Wie kleine Kinder stehen sich die Kontrahenten gegenüber, keiner wills gewesen sein. Der Veranstalter versucht zu beschwichtigen und macht klar, das rausfliegt, wer Ärger macht.  Die Stimmung bei den Besuchern ist gedrückt, die Empörung über das Nazi-Gepöbel wird nur hinter vorgehaltener Hand laut. Alle ärgern sich, eine Handhabe sieht keiner. Im Notfall müsse eben die Polizei geholt werden. Das mache dann aber einen schlechten Eindruck. Irgendwann beschränken sich die Nationalen aufs Biertrinken und grimmiges Blicken. Unter das Publikum mischen sich den ganzen Tag über auffallend viele Betrunkene, die es sich irgendwann auf der Blumenrabatte am Eingang zum Museumsfest gemütlich machen. Reichlich Schluck wird aus Flaschen und Bechern getrunken, Nachschub organisiert ein Läufer, der immer mal wieder zum Supermarkt um die Ecke schwankt.</p>
<p>Die späteren Besucher, darunter viele Kinder, sehen dann die sturztrunkenen Nazis an ihrer Bierbank hocken, am Eingang mussten sie schon an den friedlichen, aber lauten Trinkern vorbei. Immer wieder tuscheln Besucher, blicken auf den Eingang und den deutschnationalen Stammtisch. Die Verwunderung ist groß, die Empörung leise. Man traut sich nicht. Alle versuchen die Störer, die offensichtlich auf nichts anderes als Rausch und Raufhändel aus sind, zu ignorieren. Die in diesem Moment anscheinend einzig erfolgreiche Strategie, um das Problem nicht größer werden zu lassen.</p>
<p>Das liebevoll gestaltete Fest, mit tollen Ausstellern, 300 Gästen, lachenden Kindern, die vergnügt im archäologischen Sandkasten wühlen und Veranstaltern, die alles geben, um der Stadt und dem Museum Impulse zu geben, wird von ein paar Unbelehrbaren versaut. So beschissen kann Vorpommern sein.</p>
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		<title>Pfand fürs Leben</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Jun 2010 20:51:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miescha</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein alter Mann muss schwarzfahren, um über die Runden  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit einer Hand an der Haltestange steht der grauhaarige Mann auf dem Treppenabsatz zwischen Unter- und Oberdeck. Der Blick ist wachsam, die Haltung leicht geduckt. Er beobachtet den Schaffner, der sich langsam durch die Menschenmenge im Zug bewegt. Als der Kopf des Schaffners am anderen Ende des Wagens auf dem Weg ins Unterdeck verschwindet, hastet der Alte die Treppe hoch, hält kurz inne, schaut nochmal und beginnt dann mit seiner ‚Arbeit’, wie er sagt. Heinz Schmidt, so will er genannt werden, spricht schnell und verhuscht. Sein Rollkoffer und die zwei Stoffbeutel klappern gläsern, denn drin stecken leere Pfandflaschen. &#8216;So ein Zug voller Ausflügler ist meine Goldgrube. Da mach ick einen guten Schnitt.&#8217;, sagt er. Schnell und geübt wuselt er durch das Oberdeck, findet leere Flaschen, fragt höflich, ob er sie nehmen darf. Leise klimpert eine Flasche nach der anderen in die Beutel, knistern und knacken Plastikflaschen hinterher. &#8216;Die sind mir am liebsten, da bekomm ick dat beste Geld für.&#8217; 25 Cent für die Einwegbuddeln, 8 Cent für die Bierflaschen, die er auch morgens schon hier im RE einsammelt. &#8216;Wat soll ick machen? Meine Rente reicht nicht. Ick war zu lange arbeitslos.&#8217;, sagt er schulterzuckend. Etwas dazu zuverdienen gehe wegen der angegriffenen Gesundheit nicht. &#8216;Na und weil die Flaschensammler Reviere haben, war et erst schwer. Aber im Zuch hat noch keener jesammelt.&#8217; Manchmal kauft er den kleinstmöglichen Fahrschein, oft ist er ohne Ticket unterwegs. Das macht ihm zu schaffen. &#8216;Weil ick dann immer so aufjeregt bin.&#8217;, sagt er. Heinz Schmidt pendelt zwischen zwei größeren Bahnhöfen, kennt den Fahrplan und weiß, wo das Personal wechselt. Das nutzt er aus, um unbehelligt umsteigen und das Pfandgut einlösen zu können. &#8216;Spaß macht det nich, aber ick muss.&#8217;, beschreibt er seine Arbeit lapidar. Dass die Bundesregierung bei Hartz IV-Empfängern sparen will, um den Haushalt in den Griff zu bekommen, hat er gehört. &#8216;Denn haben se noch mehr von meine Sorte.&#8217;, verspricht er. &#8216;Det wird denn aber schlecht für meine Arbeit. Mehr Sammler, weniger Buddeln. So einfach.&#8217;, ist er sicher. Sein Wechselbahnhof ist der nächste Halt des Regionalexpress. Heinz Schmidt steigt die Treppen zum Ausgang herab, leise klimpern seine Taschen.</p>
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