Posts Tagged ‘Aktuelles’

Wir brauchen ein lebendiges Museum!

Dienstag, Dezember 29th, 2009

Das Museum der Stadt Pasewalk hat große Schwierigkeiten. Die Zahl der Besucher sinkt, die Öffnungszeiten sind eingeschränkt, Personal fehlt und das Magazin ist schlecht organisiert. Trotz vieler Anstrengungen für eine Verbesserung ist noch viel zu tun. Das belegt ein internes Gutachten.

Es muss Tage im Pasewalker Museum geben, an denen nur der Wind durch die Flure und Etagen weht und die einzigen Menschen im Haus die beiden Mitarbeiterinnen sind. Es gibt Monate, in denen sich, statistisch gesehen, nicht ein einziger Besucher am Tag in das Museum verirrt. Ein Gutachten aus dem Sachgebiet Kultur der Stadt, das dieser Zeitung vorliegt, beschreibt dies eindringlich. Betrachtet werden darin die Jahre 2007, 2008 und 2009. Allein für die touristische Hauptsaison, also die Monate Juni, Juli, August und September, ergibt sich ein dramatisches Bild: 2007 besuchten in diesem Zeitraum noch 1051 Menschen das Museum, zwei
Sonderveranstaltungen sind mit eingerechnet. Im Jahr 2008 fanden in der gleichen Zeit nur noch 576 Besucher den Weg in die Ausstellungen und 2009 kamen nur noch 429 Leute. Das ist ein Einbruch von 59 Prozent. Aus dem Gutachten geht auch hervor, dass immer weniger Kinder und Jugendliche mit der Heimatgeschichte vertraut gemacht werden. Waren 2007 noch mehr als 700 junge Menschen im Museum, so werden es in diesem Jahr nur etwas mehr als 400 gewesen sein. Und doch gibt es immer wieder einzelne Monate, die aus der Statistik herausstechen. Wenn Feste, Sonderausstellungen oder Vorträge stattfinden, besuchen deutlich mehr Menschen das Museum. Beleg dafür sind im Jahr 2009 das neue Paul-Holz-Zimmer und die Galerie, die Sonderausstellungen zur Brauereigeschichte und den Stadtgrenzen. Auch die gerade zu Ende gegangene Vortragsreihe, die mit vier kurz aufeinanderfolgenden Veranstaltungen etwa 90 Besucher anlockte zeigt dies, waren das doch mehr Besucher mehr als manchmal in zwei Monaten. Offenbar
bringt ein abwechslungsreiches Programm mehr Besucher in das Museum, kann aber den allgemeinen Besucherschwund über das Jahr dennoch nicht auffangen. Eine Ursache ist möglicherweise auch eine mangelhafte Vermarktung. Hier bemängelt das Gutachten zum Beispiel die schlechte Auffindbarkeit des Hauses für Touristen. Eine klare und eindeutige Wegführung und Kennzeichnung fehlen, wären aber mit einfachen Mitteln, wie deutlich sichtbaren Schildern, zu lösen. Ein weiteres Indiz für die schlechte Vermarktung ist die Zahl der Stadtführungen: Wurden 2007 noch 35mal Menschen zu historischen Orten der Stadt geführt, geschah dies 2009 nur noch 17mal. Besucherunfreundlich sind dem Gutachten zufolge auch die
Öffnungszeiten. Das Pasewalker Museum ist nur noch an 22 Stunden in der Woche geöffnet, 9 Stunden weniger als vor ihrer Änderung, zusätzlich werden diese auch noch durch eine Mittagspause zerstückelt. Das Gutachten schlägt durchgängige Öffnungszeiten und einen Verzicht auf die Mittagspause vor. Die beiden Mitarbeiterinnen im Museum müssten darunter nicht leiden, könnten sie ihre Mittagszeit doch versetzt antreten und das Museum somit geöffnet halten, schlägt das Gutachten vor. Die Mitarbeitersituation des Museums ist zudem problematisch und verschlechtert sich mit dem Jahresende. Eine Sachbearbeiterin ist für die Belange des Hauses zuständig, eine weitere Mitarbeiterin verkauft die Eintrittskarten, betreut die Stadtinformation und kümmert sich darüber hinaus um die touristische Öffentlichkeitsarbeit. Die Stelle des
Museumsleiters ist weiterhin unbesetzt. Die fachliche Lücke wurde mit einer Honorarkraft gefüllt, deren Vertrag allerdings zum 31.12.2009 endet. Das hat wiederum Folgen für die Arbeit des Museums. In Planung für das kommende Jahr sind drei Ausstellungsprojekte, die das Museum weiter beleben sollten. Die Arbeit an diesen Projekten würde mit dem Ende des Vertrags zum Erliegen kommen, denn die Ausstellungen müssen noch
organisiert, wissenschaftliche Einordnungen recherchiert und aufbereitet sowie die Vermarktung geplant werden. Ohne wissenschaftliche Begleitung lassen sich die Projekte allerdings nicht realisieren. Die Fachkompetenz wird auch dazu benötigt, um die Ausstellungsstücke und die Inventarlisten des Museums in Ordnung zu bringen, diese sind nämlich zum Teil unvollständig, nicht zuordenbar oder schlicht nicht vorhanden. Hier müsste dringend aufgeräumt und inventarisiert werden. Trotz oder gerade wegen all der Probleme des Museums werden im Gutachten Vorschläge für eine Belebung und Verbesserung der Situation gemacht, so dass die Tage, an denen nur der Wind durch die Flure des Museums weht, weniger werden
könnten.

Der Artikel, so wie er in der Pasewalker Zeitung erschienen ist, ist hier nachzulesen.

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Der Artikel ist mit Material aus dem zitierten Gutachten, einer Vor-Ort-Recherche und öffentlich zugänglichem Material der Pasewalker Öffentlichkeitsarbeit entstanden.

Langweiler im Kostüm

Mittwoch, September 17th, 2008

Dorotee Bär (30) und Carsten Schneider (32) sind die jüngsten Abgeordneten des Deutschen Bundestags. Und sie sind furchtbar langweilig, zumindest morgens im ARD-Frühstücksfernsehen. Frau Bär sieht aus wie ihre eigene Großmutter, Herr Schneider guckt einfach nur verkniffen. Beide erzählen Werner Sonne, der immer aussieht wie sein eigener Großvater, wie toll die Arbeit der Großen Koalition doch sei, was man alles erreicht habe, dass die Medien schon den Wahlkampf ausriefen, die tägliche Sacharbeit spiele dagegen kaum eine Rolle. Da standen Friede, Freude und Eierkuchen im Gespräch und die Zeit wollte nicht vergehen. Warum gleich wurden sie interviewt? Ich hab’s vor lauter Gähnen vergessen.

Oliver Pocher als Berufsberater

Dienstag, September 16th, 2008

Die Bundesagentur für Arbeit hat heute Vormittag ihre neue Berufsberatung Planet Beruf im Internet gestartet. Mit Oliver Pocher als Moderator vor mehreren hundert Schülern im Tempodrom in Berlin. Ich habe mich dorthin getraut.

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Heldentat

Sonntag, Dezember 30th, 2007

Dank des lieben Marcus und wiederholter Lektüre bei Christian habe ich heute den Mut gefasst die seit Monaten dahinsiechende Leistungsfähigkeit meines uraltenabertrotzdemnichtwegzuschmeißenden Laptops deutlich zu steigern. Beim Scrollen auf Internetseiten hatten sich Interpolationszeilen eingeschlichen und bestehende Internetverbindungen wurden beim Scrollen langsamer oder rissen ganz ab, was sich besonders bei meinen geliebten Musikstreams hässlich auswirkte. Außerdem schmierte Word regelmäßig ab, fror Excel auch trotz gut geheiztem Arbeitzimmer ein und bloggen wurde zum echten Kraftakt. Nach systematischer Systempflege mit Hilfe von CCleaner und einem langen aufmerksamen Spaziergang durch sämtliche erreichbare Treiberverzeichnisse konnte ich die größten Fehler im System ausfindig machen und beheben. Die Systempflege verjagte und bereinigte 1,2 Gigabyte Datenmüll auf dem Rechner und löste 925 fehlerhafte Einträge in der Registry in Wohlgefallen auf. Die Treiberanalyse brachte einen einfachen, aber folgenschweren Fauxpas zu Tage: Die Grafikkarte lief seit dem letzten Systemabsturz, den ich nur mit Hilfe des “Abgesicherten Modus” – was für ein Euphemismus!!! – notdürftig hatte reparieren können, mit einem Standardtreiber aus der Microsoft eigenen Treiberhölle. Ich konnte den Notfalltreiber mit dem Originaltreiber ersetzen und seitdem rennt die Hütte wieder fast wie am ersten Tag. Es it ein Genuss. Endlich wieder stress- und schimpfwortfrei arbeiten. Danke Marcus und Christian!

Auch FairTrade treibt nur schnöden Handel

Freitag, Dezember 28th, 2007

Luuk Zonneveld hält das Mikrofon wie eine Banane, die er nicht essen will. Eigentlich braucht er das Ding gar nicht, er ist auch so gut genug zu hören. Der groß-gewachsene gebürtige Niederländer steht vor einer Gruppe von etwa 50 Studierenden der Politikwissenschaften, die sich im Rahmen eines Blockseminars mit Entwicklungspolitik beschäftigen. Zonneveld war von 2001 bis 2007 Geschäftsführer der FairTrade Labelling Organization International, FLO. Er war der Mann, der darüber entschied, welche Produkte das FairTrade Label bekamen und welche Kriterien dafür gelten. Zonneveld erklärt den Studierenden, wie FairTrade funktioniert und warum FairTrade funktioniert. Da geht es um Weltmarktpreise, Margen, FairTrade Preise und seine Strategie, wie man kleinen Kaffeebauern ihr Existenz sichern und dabei die Welt ganz allgemein verbessern kann. Die Methode ist denkbar einfach – pro Pfund Rohkaffee zum Beispiel zahlt FairTrade einen festgelegten Preis, der immer mindestens 10 US-Cent über dem Weltmarktpreis liegt, die Marke von 121 US-Cent pro Pfund aber nie unterschreitet. Luuk Zonneveld ist sehr überzeugend bei seiner Präsentation und irgendwann im Laufe der hervorragenden Präsentation ändern sich die Gesichter einiger Studierender ganz langsam. Man sieht förmlich wie sich Widerwillen, Erstaunen und Resignation in ihren Zügen mischen. Kann es sein, dass der Mann vor der Powerpoint-Leinwand ein knallharter Geschäftstyp ist, der da ein Produkt verkauft? Ganz ohne Weltladen-Charme? Ja, das ist er. Und Luuk Zonneveld bringt es auf den Punkt: “Ohne ordentlichen Geschäftssinn macht FairTrade keinen Sinn. Wir machen ein Produkt, dass neben anderen Produkten auf dem Weltmarkt bestehen muss und der Verbraucher, vor allem in Deutschland, orientiert sich am Preis.” Vielfach ist ein leichtes Kopfnicken zu sehen, andernorts blitzt kurz Entsetzen auf. In den Augen dieser Studierenden steht es fast geschrieben: ‘Aber, aber, aber…’. Nix Aber! Luuk Zonneveld berichte auch von den ersten Versuchen große Konzerne von FairTrade zu überzeugen. Bei KraftJacobsSuchard versuchte man es mit Protesten vor der Haustür und Transparenten. Ergebnis: Verrammelte Türen und bis heute keine Gesprächsbereitschaft. Versöhnt werden die Skeptiker erst nach dem Referat. In der Fragerunde berichtet Zonneveld von den Verkaufsverhandlungen mit Starbucks, die einen kleinen Teil FairTrade-Kaffee im Angebot haben. Dort ersparte man sich die Proteste von vornherein und gelangte so in die Vorstandsetage. Allerdinnsg lief es auch dort nicht ganz problemlos. Der Chef von Starbucks habe den Raum verlassen als die FairTrade-Verhandler offen legten, dass ein Teil der Gelder aus dem fairen Handel dazu dient lokale Gewerkschaften zu gründen und die Kaffeebauern zu schulen und zu emanzipieren. Der FairTrade-Vortrag zeitigte im Anschluss gleich Früchte, eine Kommilitonin nutzte die Gelgenheit, das eben gehörte umzusetzen und bewarb den Online-Shop fairwear.de.

Verspätung

Mittwoch, Dezember 26th, 2007

Liebe Leser, wegen Teilnahme an einer Studíenfahrt und plötzlicher Erkrankung gab’s in den vergangenen Tagen hier nichts Neues. Das hat sich geändert. Ich versuche in den kommenden Tagen das geschriebene, aber noch nicht veröffentlichte Material schrittweise zu bloggen.

Zitat des Jahres

Donnerstag, Dezember 20th, 2007

Winfried Böll, Ministerialdirektor a.D, aus dem Bundesministerium für Entwicklungszusammenarbeit zitierte aus einem Gespräch mit einem Kollegen von der UNO über den Zustand der Entwicklungszusammenarbeit in ausgewählten afrikanischen Ländern:

“Die Situtation ist mies, aber gut dokumentiert!”

Premiere die 2.

Mittwoch, November 7th, 2007

Ab sofort lebt der miescha.de-Blog! – Getreu der Unterzeile gibt’s an dieser Stelle merkwürdiges und bemerkenswertes aus dem Umfeld von miescha.de.

In der nächsten Zeit wird der Blog um ein paar Service-Elemente und Links zu besonders empfehlenswerten Blogs erweitert.