Posts Tagged ‘Behörden’

Die Vertreibung aus dem Paradies IV

Dienstag, April 8th, 2008

Und dann ging alles ganz schnell. Seit 15Uhr bin ich Bachelor-Student der Universität Rostock. Das Ziel Magister ist vorerst ad acta gelegt. Jetzt heißt es planen, planen, planen. Ziel ist die Bachelor-Arbeit und damit der erste Abschluss. Der Studiengangswechsel bringt nun leider auch mit sich, dass ich nie erfahren werde warum und woher das Adresskuddelmuddel, das erst zu den enormen Schwierigkeiten führte, entstand. Die Anerkennung der bisher erbrachten Scheine wird in Teilen sehr schwierig. Aber einfach hab ich es mir ja noch nie gemacht. In diesem Sinne: Frisch voran – nichts kann uns schrecken!

Die Vertreibung aus dem Paradies III

Dienstag, März 25th, 2008

Per Einschreiben hat sich heute die Universität Leipzig gemeldet. Man hat mir die Immatrikulation versagt. Pustekuchen – Aus der Traum. Jetzt geht’s hier in Rostock nochmal in die Bütt. Es wird wohl noch ein Bachelor. Seit achteinhalb Jahren kreißt der Berg und wird bald eine B.A.-Maus gebären. Mein lieber Freund F. hat mir unterdessen Studienmöglichkeiten im befreundeten englischsprachigen Ausland aufgezeigt. Dieser M.A. in “International Journalism” in Leeds las sich sehr interessant. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg, ich werde jetz erstmal die B.A.-Wehen einleiten.

Die Vertreibung aus dem Paradies II

Mittwoch, März 12th, 2008

Die Universität Leipzig ist seit heute im Besitz meiner Bewerbungsunterlagen. Ich bin gespannt ob und wann Sie mich immatrikulieren. Ich höre jetzt zwei Amtsschimmel wiehern, den einen in Rostock, den anderen in Leipzig. Vom Prüfungsausschuss der Philosophischen Fakultät der Universität Rostock gab es einen Brief. An die Universität Leipzig gingen drei Briefe raus. Zwei für die Prüfungsausschüsse der Anglistik und der Politikwissenschaften und einer für das Studentensekretariat der Uni Leipzig. Und das obwohl ich den Online-Einschreibeprozess gewählt habe. Ich will gar nicht wissen wie dann der analoge Einschreibeprozess aussieht. Außerdem frustrierend: Bei der Zusammenstellung der Unterlagen für die Uni Leipzig fiel wiederholt auf, dass ich kurz vor der Ziellinie abgefangen wurde und meinen Abschluss nun unnötig noch weiter hinausschieben muss. Und das völlig unnötig. Ich bin noch immer erbost darüber, dass die Uni Rostock es nicht geschafft hat konsequent gegen mich vorzugehen. Zur Erinnerung: Dort geht man davon aus, dass ich bereits im November 2006 einen Brief erhalten haben soll, in dem man mich auf den Verlust eines Prüfungsanspruchs und die Einleitung der Exmatrikulation aufmerksam gemacht habe. Pustekuchen – ich habe so einen Brief nie bekommen. 1 Jahr und 4 Monate nach diesem angeblichen Brief nun fiel auf: Oh Mensch, der miescha studiert hier ja immer noch. Ja das hat er getan und auch noch Leistungsscheine gemacht. Obwohl das eigentich gar nicht mehr hätte sein dürfen. Nun ja. Ergebnis ist das oben beschriebene Prozedere. Aber das Widerspruchsverfahren läuft ja noch.

Die Vertreibung aus dem Paradies

Mittwoch, Februar 13th, 2008

Unter oben stehender Überschrift könnt ihr in den nächsten Tagen und Wochen den Weg meiner Exmatrikultaion aus der Universität Rostock verfolgen. Hintergrund ist ein Schreiben des Studentensekretariats wonach ich bereits seit November 2006 zu exmatrikulieren sei. Spannend: Ich habe dieses Schreiben nie erhalten und bin erst gestern darüber in Kenntnis gesetzt worden. Habe es zum ersten Mal zu Gesicht bekommen. Pikant: Trotz dieses Schreibens wurde ich zum Sommersemester 2007 problemlos zurückgemeldet, ebenso zum laufenden Wintersemester. Obwohl ich also gar nicht mehr Angehöriger der Universität sein soll habe ich weiterhin eine Matrikelnummer und einen Studentenausweis bekommen. Ich weiß selbst noch nicht wie es dazu kommen konnte. Es bleibt spannend.

To be continued….

Papierkrieg

Montag, Dezember 24th, 2007

Ich habe gar nicht mehr gewusst, wie bürokratisch das deutsche Gesundheitswesen ist. Ich habe mittlerweile zwei Quittungen über die Praxisgebühr, die aber nur noch bis 31.12.2007 gelten, zwei Behandlungszettel und mehrere Rezepte. Und das nach nur zwei Arztbesuchen. Schön auch, dass das berühmte Ärztesanskrit auf vorgenannten Papieren nicht etwa einer einheitlichen Schriftkultur zu entspringen scheint – ich als Patient durfte heute übersetzen, was auf dem Behandlungszettel 1 stand. Frau Doktor meinte nach meinem Interpretationsversuch, dass alles stimme gar nicht und ich müsse ganz anders behandelt werden. Nun ja, mit neuen Medikamenten, aber gleichbleibenden Symptomen, liege ich weiter auf der Couch. Mal sehen was mein Hausarzt zu den Befundzetteln sagt, die nach Auskunft beider Notfall-Weißkittelinnen dazu dienen, meinem Hausarzt zu zeigen, was man bisher mit mir angestellt hat.

Warmgefurzte Sessel…

Donnerstag, November 29th, 2007

…müssen ein herrlicher Ort sein. Umgeben von Topfpflanzen, einem leise dudelnden Radio und lieben Kollegen mit denen man pünktlich um 11:59 Uhr in die Mittagspause geht, lässt es sich aus dem behaglichen Behördenstuhl wohlig einfach entscheiden. Da kommen jeden Tag Akten, die einen Menschen auf Zahlen und wenige Notizen reduzieren, was die Fallbeurteilung anhand von Vorschriften, Ausführungsbestimmungen und sonstigem Behördenwahnsinn enorm erleichtert. Da wird es einfach mit der Reduzierung der Grundsicherung zu drohen, wenn ein Familienmitglied die 985 Euro von denen zwei Menschen leben sollen mit Zuwendungen aufbessert. Ebenso einfach wird es einer krebskranken Frau die anhand von 3 Gutachten und einem Metagutachten nachvollziehbare Erwerbsunfähigkeitsrente zu verweigern. Stattdessen wird prozessiert – über 4 Jahre. Das sichert den vollzupupsenden Sessel und die eigene Daseinsberechtigung. Ich verachte diese Schreibtischtäter

Einwohnermeldewahnsinn!

Samstag, April 28th, 2007

Einwohnermeldewahnsinn – das ist mein neues Lieblingswort, denn als Neu-Berliner, der nun seinen Lebensmittelpunkt vollends in die Stadt der vielen Dörfer verlegt hat, stand ein Besuch beim Einwohnermeldeamt an. Der Spontanbesuch am Mittwoch endete kurz hinter dem Eingang zum Rathaus Wedding an einer meterlangen Schlange in der viele Menschen auf die so viel gerühmten deutschen “Wartemarken” mit Fantasienummern zwischen 001 und 999, warteten, um dann entsprechend ihrer Markierung an einem von 28 Plätzen abgefertigt zu werden. Der – sinngemäße – Hinweis “Die Ausgabe einer Wartemarke garantiert die Abfertigung nicht, da die Geschäftszeiten beschränkt sind.” ernüchterte mein zielstrebiges Wollen dem Berliner Meldegesetz Folge zu leisten vollends. Mein geschulter Trüffelschweinblick fand jedoch wenig später den kunstvoll an einer Trenn-Pinn-Einschüchterungswand gehängten Hinweis auf eine Servicenummer unter der ich einen Termin zwecks zielgerichteter Anmelde-Abfertigung erhalten könne. Herr-Im-Himmel-Gottseidank ein Lichtblick und die charmante, von zigtausenden in einem gumminbaumverzierten Behördenbüro genossenen Zigaretten rauhe Stimme von Frau Reinke brachte Erleichterung und kompetente Hilfe. “Pass, Personalausweis und Anmeldung aus einer Hand gibt’s für Sie, Herr Fengler, am Freitach um 10.30Uhr. Bringse ihren alten Ausweis, die Adresse ihrer Wohnung und die Adresse ihres Vermieters mit. Dazu komm’ biometrisches Passbild für den Pass und 2 in Halbprofilansicht für den Perso. Jebühren wern auch fällig. Acht Euro für den Perso, 14 für den Vorläufigen und neununfümmzisch für den Pass. Hamm se das?” – Ja hatte ich und tatsächlich am Freitag, sogar 10 Minuten vor der eigentlichen Zeit, saß ich an Platz 26 im Rathaus Wedding und vollzog unter dem Zehnfingerklappern und gelangweilten Blick der durchaus attraktiven ungefähr 25jährigen Verwaltungsangestellten, dank deren dunkler Haare, hübschen Augen und prächtiger Rundungen ich ihren Namen vergessen habe, die Anmeldung. Und ab sofort heißt es: Ich bin ein Berliner!