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Verkehrshindernis Deutsche Einheit Nr. 1

Dienstag, August 26th, 2008

Wolfgang Tiefensee, glückloser Bundesverkehrsminister, will heute den Fortschritt der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit (VDE) vorstellen. Ein 40 38,8 Milliarden Euro-Programm, dass bereits 1991 aufgelegt wurde und bis heute nicht vollständig erledigt ist. Insgesamt 17 Straßen-, Schienen – und Wasserwegeprojekte sollten die Verbindungen zwischen West- und Ostdeutschland verbessern.

Paradebeispiel für die zum Teil mangelhafte Umsetzung ist das VDE Nr. 1 – die Bahnstrecken von Lübeck/Hagenow über Rostock nach Stralsund. Die Projektvorstellung und ihr Scheitern gibt es auch hier. Denn da schreibt die Bahn als ausführendes Unternehmen, man wolle bis 2006 fertig sein. Pustekuchen! An der Strecke wird immer noch, immer mal wieder gebaut. Und dann auch nicht so, wie es ursprünglich mal vorgesehen war. Nix ist mit durchgehenden zwei Gleisen, Elektrifizierung und Geschwindigkeiten bis zu 160km/h.

Die Bahn hat einen Flickenteppich zusammengeschustert. Zwischen Lübeck und Bad Kleinen ist die Teilstrecke des VDE Nr.1 nur eingleisig und dort müssen Dieseltriebwagen fahren, weil der Fahrdraht fehlt. Zwischen Rostock und Ribnitz-Damgarten ist bis auf den Abriss von Ausweichmöglichkeiten und ein paar neuen Weichen bisher nichts passiert. Die Züge ruckeln dort durch mehrere Langsamfahrstellen und nicht schneller als 120 Stundenkilometer. Ab Ribnitz-Damgarten West geht’s dann auf neuen Gleisen weiter mit 160km/h, aber das zweite Gleis fehlt. Immer wieder hieß es, das Zusatzgleis könne man bei Bedarf ja noch einbauen. Platz genug hat man zumindest gelassen.

Auf dem südlichen Abschnitt zwischen Hagenow und Bützow ist schon einiges passiert. Dort war die Strecke auch schon zweigleisig und elektrifiziert. Der Bahnhof Schwerin ist komplett überholt worden, neue Gleise liegen bis nach Hagenow und neuer Fahrdraht hängt auch. Von Ventschow bis Warnow ist die Strecke modernisiert oder wird gerade saniert. Rund um den wichtigen Kreuzugsbahnhof Bad Kleinen allerdings vernichtet die Bahn alle Fahrzeitgewinne, die die Züge auf den ausgebauten Abschnitten herausholen, denn die Anlagen im Bahnhof Bad Kleinen sind alt und verschlissen und die Anfahrt sowohl aus Richtung Schwerin als auch Rostock muss langsam erfolgen. Die Streckengeschwindigkeit ist wegen des Zustands der Gleise dauerhaft abgesenkt.

Geradezu putzig ist die Zielstellung bei der Reisezeit zwischen Lübeck und Stralsund. Die sollte mit dem VDE Nr.1 auf 2 Stunden sinken. Sie liegt derzeit bei 2 Stunden 53 Minuten. Das ist sogar wieder langsamer als noch vor einem Jahr.

Ich bin gespannt, was Herr Tiefensee heute zum VDE Nr. 1 sagen wird.

Richtig geil im Assi-Look

Montag, August 25th, 2008

Die Bierflasche lehnt lässig an der gerade geschlossenen U-Bahn-Tür. Die geräuschvoll-verräterisch klimpernde Tasche steht daneben. Aber sie ist nicht irgendeine Tasche, sondern eine dieser übergroßen It-Bags, die Mann in diesem Sommer tragen musste. Knallrosa draufgedruckt steht ‘Guten Morgen’. Ihr Besitzer riecht nach Bier und Fusel, ist schätzungsweise 25 Jahre alt und schwer damit beschäftigt seine angeranzten Klamotten an seinem Leib zu sortieren. Sein kleiner Hintern wippt dabei in den zu engen Speckjeans immer wieder hin und her. Zwei Mädchen auf einer Sitzbank kichern sich deswegen eins. Die Twentysomething-Schnapsdrossel fährt sich immer wieder durchs Haar, richtet auch die letzte Locke und betrachtet sich immer wieder wohlwollend im spiegelnden Glas der U-Bahn-Tür. Jetzt kommt die Tasche über die Schulter. Das Haar gerät wieder durcheinander, die Kapuze am Sweatshirt verrutscht, müssen also beide wieder gerichtet werden. Aber: Die Tasche ist falschherum aufgezogen worden! Der Schriftzug ist nicht zu sehen, nur die grau-gestreifte Rückeite. Eilends wird die Klimpertüte wieder abgestreift, gedreht und neu aufgezogen. Haare richten, Spiegel gucken, Sweatshirt richten, Kapuze zuppeln, Augenbrauen nachwischen, Arschwackeln, Mädels kichern. Nächster Halt ‘Alexanderplatz’. Gekonnt bückt sich der Beau-Clochard kurz bevor sich die Tür öffnet, greift im ersten Schritt die Buddel Pennerglück und schwankt sicher auf den Bahnsteig.

Taxi-Driver

Freitag, August 15th, 2008

Wahrscheinlich hat das Arschloch, das mich in dieser Woche an der Kreuzung Oranienburger-/Friedrichstraße fast überfahren hätte, diese Szene zu oft gesehen:

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Zugegeben, ich wollte mit meinem schweren Rollkoffer noch schnell über die Ampel, der Taxifahrer bekam fix grün und stieg sofort auf Gas und Hupe. Ergebnis: Schätzungsweise 5 Zentimeter Unterschied zwischen gebrochenen Beinen, kaputtem Koffer undfortgesetzter Gesundheit. Seinem durchs eilig heruntergelassene Fenster gegeiferten Berliner-Schnauzendreck entgegnete ich ein freundliches “Fick dich!”. Beherzt lenkte der Droschken-Irre seine gelbe Dreckskiste mitsamt Fahrgast in einen U-Turn, zielte erneut und raste auf mich zu. Wieder nur wenige Zentimeter Unterschied zwischen Verletzungen und Heilbleiben. “Was hast du gesagt? Ich komm gleich raus, sag ich dir.”, schnauzte der Lenkrad-Affe aus seinem Fahrzeug. “Lass mich in Ruhe!”, setzte ich meinen Weg fort. Und schon sprang der Schnauzbartträger aus seiner Kutsche, holte tief Luft, zog die Schultern ein bisschen hoch und tanzte wie ein paarungswilliger Gorilla hinter mir her. “Ich hau dir gleich eine rein!”, bedeutete er mir. “Lass mich in Ruhe. Außerdem hab ich Grün.”, ließ ich mich nicht beirren. Ein besorgter Fußgänger rief mir schon zu: “Bleib ruhig!” Ich war ruhig und blieb es auch. Meine Straßenbahn fest im Blick, schenkte ich dem wütenden Mietfahrer keine Aufmerksamkeit mehr. Wutschnaubend pflanzte er sich wieder in seinen Benz und rauschte davon. Auch von dieser Stelle wünsche ich ihm nochmals ein herzhaftes “Fick dich!”.

Reiselektüre

Mittwoch, August 13th, 2008

Mitten in Russland, mitten im Leben steckt meine liebe Freundin und Kollegin Diane Hielscher. Für ein halbes Jahr hat sie sich aus Berlin ausgeklinkt und bereist Medwedew-Country. Fernweh und Sehnsucht nach Abenteuer weckt sie damit bei mir. Ganz besonders mit diesem Artikel. Ich wär am liebsten in Berlin den Nachtzug nach Moskau umgestiegen.

Ooooohhhh wie ist das schön…

Freitag, Juni 13th, 2008

…sich selbst dabei zuzuschauen wie man auf den Boden der Tatsachen zurückkehrt. Ich sag nur: 2:1 für Kroatien gegen Deutschland.

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Oooooh wie ist das schön…

Donnerstag, Juni 12th, 2008

…wenn man in Berlin EM guckt. Meine Kollegin Diana Hagenberg war in Kreuzberg unterwegs als die Wasserschlacht von Basel ausgetragen wurde. Türkei gegen Schweiz – das Hochsicherheitsspiel der Euro2008. Wir erinnern uns an die WM-Qualifikation 2005:

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Gestern Abend nun das neue Spiel. Und ich durfte Dianas Beitrag produzieren.

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Oooooooh wie ist das schön…

Montag, Juni 9th, 2008

…wenn man nicht gleich neben einem Public Viewing wohnen muss. An den Zaun pissen sie, vor dem Fenster schreien sie, an langen Biertischen grölen sie. Deutsche Fußball-Fans in Berlin. Ich wohne nun neben einem Public Viewing und fühle zwei Herzen in meiner Brust schlagen. Das eine gehört dem biersaufenden Proleten vom Lande, der discofoxend und lautstark immer wieder hervorbricht, das andere dem intellektuellen Frühaufsteher, der in dieser Woche Frühdienst schieben muss. Ich habe mich arrangiert. Bier aufgekorkt, aufs Bett gesetzt, den Fangesängen vor dem Fenster und dem Spiel im Radio gelauscht.

Schnättärätäng! Tröt! Rassel! – Premiere

Freitag, April 25th, 2008

In loser Folge gibt es ab sofort auch miescha zum Hören. Hier gibt’s Beiträge, die ich produziert habe. Los geht’s:

Amnesty International macht mit einem verstörenden Kinospot auf die Verhörpraktiken der CIA aufmerksam. Der Spot läuft demnächst in britischen Kinos.

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Dreiste Lebenshilfe

Mittwoch, April 16th, 2008

Ein Paradebeispiel für die berühmte “Berliner Schnauze” widerfuhr mir soeben in einer der grässlich gelben Straßenbahnen dieser Stadt. Ein fröhlich vor sich hinfurzender Fahrgast, ermahnt ob seiner geräuschvollen Gasentladungen, meinte trocken: “Ick hab keen Jeld füa Wick-VapoRupp, denn würdet nach Menthol duften!”. Sprachs und pupste weiter.

Premierenfeier

Freitag, April 11th, 2008

Soeben bei 105.5 Spreeradio in Berlin. Nachrichten aus Berlin, Deutschland und der Welt. Und – ja ich stehe dazu – beim Opener (dem Ding das man hört, bevor ich lossabble) ging mir einer ab. Denn der ist personalisiert. Miescha wird mit vollem Namen genannt. Und das waren meine Premieren-News bei 105 5 Spreeradio:

20Uhr – Guten Abend

Im Fall des toten Säuglings in Berlin-Köpenick sind Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt bei ihren Ermittlungen vorangekommen. Die Ermittler konnten DNA-Spuren des Neugeborenen sichern und auswerten. Das Baby hat höchstwahrscheinlich asiatische Eltern.

CART (da wird ein vorher aufgezeichneter Ton aus dem Sendesystem eingespielt)

Der schwarze Rucksack, in dem das Baby lag, wurde in Thailand produziert. Die Ermittler konzentrieren ihre Suche nun auf asiatische Frauen die bis vor kurzem schwanger waren, jetzt aber kein Baby haben. Bei der Mordkommission sind bisher knapp 50 Hinweise eingegangen. Eine heiße Spur gibt es aber noch nicht. Für Hinweise zur Aufklärung des Falls hat die Polizei 5000,-Euro Belohnung ausgesetzt. Spaziergänger hatten die Leiche des neugeborenen Mädchens am vergangenen Sonntag in der Nähe des Müggelturms gefunden. Das Kind wurde heute in Köpenick beigesetzt. Christiane Winkelmann 105 5 Spreeradio

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Deutsche Forscher können in Zukunft über mehr und frischere embryonale Stammzellen für ihre Forschung verfügen. Der Bundestag verabschiedete heute einen Gesetzentwurf, mit dem jüngere Stammzellen nach Deutschland geholt werden können. Bisher durften nur Stammzellen eingeführt werden, die bis Anfang 2002 enstanden waren. Jetzt ist der Stichtag auf den 1.Mai 2007 verlegt. Forscher erhoffen sich von den jüngeren Zellen bessere Möglichkeiten zum Beispiel für den Kampf gegen Krebs. Die Reaktionen auf die Entscheidung sind geteilt. Bundesforschungsministerin Schavan sprach von einem guten Tag für die Wissenschaft. Kritik kam von der katholischen Kirche. Die Forschung an Stammzellen mache Menschen zu Material, heißt es von dort.

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Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen findet der olympische Fackellauf heute in Buenos Aires statt. 6000 Sicherheitskräfte sichern die Route auf der siebten Etappe. Die Flamme war gestern aus San Francisco eingetroffen. Unterdessen hat das Internationale Olympische Kommitte nochmal klargestellt, dass es sich nicht in Chinas Politik einmischen will. Man erwarte vielmehr exzellente Olympische Spiele. IOC-Chef Rogge gab außerdem bekannt, dass die olympische Fackel trotz der internationalen Proteste wie geplant durch Tibet getragen werden soll. Darum hatte es scharfe Diskussionen gegeben.

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Innerhalb nur einer Viertelstunde haben die Eisbären Berlin heute alle Karten für die ersten beiden Heimspiele um die deutsche Eishockey-Meisterschaft verkauft. Mit den Endspielen verabschieden sich die Eisbären aus dem Wellblechpalast in Hohenschönhausen. Der fasst nur knapp 4700 Zuschauer. Aus der Vereinsführung heißt es, man hätte auch 15.000 Tickets verkaufen können. Ab der neuen Saison spielen die Eisbären dann in der neuen und deutlich größeren O2-World am Ostbahnhof.

105.5 Spreeradio – alle wichtigen Informationen – immer zur vollen Stunde.