Schlösse man aus den Äußerungen der “Moderatorin” Sandra Ahrabian in verschiedenen Sendungen des “Moneyexpress”, die man hier zitiert findet, auf ihren Geistes- und Lebenszustand, so ergäbe sich das Bild einer trunksüchtigen, sonnenstich-geschädigten, unaufmerksamen, exzentrischen und bisweilen geschwätzigen Person. Das Verhalten der Moderationsdarstellerin in oben genannter Sendung ließe solche Eindrücke ebenfalls zu. Ich vermute, dass “Sandra Ahrabian” ein Künstlername ist und die junge Darstellerin mit ihren Auftritten das Geld für ein ordentliches Studium verdient, dass sie in den hellen Stunden des Tages absolviert. Alles andere wäre traurig. Aber das Leben kann so gemein sein, dass diese Vermutung wohl nur Wunschdenken bleibt.
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Der erste Eindruck täuscht immer
Donnerstag, April 17th, 2008Zweierlei Maß?
Samstag, April 12th, 2008In Berlin gab es heftigen Streit um den “Zug der Erinnerung”. Eine mobile Ausstellung über die Deportation von Kindern mit der Reichsbahn im Dritten Reich. Die Initiative “Zug der Erinnerung” wollte den Zug auch im Berliner Hauptbahnhof halten lassen und die Ausstellung dort präsentieren. Dagegen sperrte sich die Bahn heftig. “Aus technischen Gründen”, wie es hieß. Der Ausstellungszug hätte zu, salopp formuliert, Verstopfung und Verschmutzung geführt, so die Bahn. Dazu muss man wissen, dass der Ausstellungszug von einer Dampflok gezogen wird.
Nun hat die Bahn Ausweichbahnhöfe angeboten – so weit so gut. Stutzig macht nur, dass die Bahn, die sich so heftig gegen den “Zug der Erinnerung” sperrt, ein Produkt der Eigenvermarktung dagegen stundenlang auf dem Hauptbahnhof halten ließ. Am 1. Aprill nämlich machte der “KiKa Live-Express” im Berliner Hauptbahnhof Station. Voller Stolz gab die Bahn dazu auch eine Pressemitteilung heraus. Drei Stunden stand der eigenvermarktete Zug im Berliner Hauptbahnhof – allem Anschein nach ohne Probleme für den Zugverkehr.
Ich frage mich schon, ob die Deutsche Bahn hier mit anderen Maßstäben misst. Schließlich hätte die Dampflok des Ausstellungszuges auch kalt und ganz ohne Rauch mit samt ihrer Waggons in den Bahnhof geschoben werden können, um dort zumindest stundenweise die Ausstellung zu präsentieren.
Meine liebste…
Samstag, April 12th, 2008Scheißhauslektüre kommt aus dem Springer-Verlag. Denn mit der Bild-Zeitung wird mir regelmäßig so schlecht, dass ich mir die Wut über das Geschmiere auf dem Pott gepflegt aus dem Rücken drücken kann. Außerdem kann ich gleich hygienisch kotzen, wenn ich Geschichten wie diese* sehen muss. Ich selbst habe auch geglaubt so arbeiten zu müssen und im vergangenen Jahr einen sterbenden Mann aus der Distanz fotografiert. Er war von einem anscheinend unter Drogen stehenden Mann in der Rostocker Altstadt zusammen mit seiner Frau überfahren worden. Drüber nachgedacht, was ich da eigentlich gemacht habe, hab’ ich erst hinterher. Und das war wichtig.
Und deshalb hier nochmals ein ausdrückliches Lob, macht unbedingt weiter, ihr macht den richtigen Job, seid klasse, pingelschietrig und auf dem richtigen Weg liebe Bildblogger.
*Der Link ist bewusst nicht auf die Seite von Bild.de gesetzt.
Die Vertreibung aus dem Paradies IV
Dienstag, April 8th, 2008Und dann ging alles ganz schnell. Seit 15Uhr bin ich Bachelor-Student der Universität Rostock. Das Ziel Magister ist vorerst ad acta gelegt. Jetzt heißt es planen, planen, planen. Ziel ist die Bachelor-Arbeit und damit der erste Abschluss. Der Studiengangswechsel bringt nun leider auch mit sich, dass ich nie erfahren werde warum und woher das Adresskuddelmuddel, das erst zu den enormen Schwierigkeiten führte, entstand. Die Anerkennung der bisher erbrachten Scheine wird in Teilen sehr schwierig. Aber einfach hab ich es mir ja noch nie gemacht. In diesem Sinne: Frisch voran – nichts kann uns schrecken!
Zentralpuff für die Hauptstadt
Dienstag, April 1st, 2008Ein Rotlichtviertel für Berlin – Mitten in der Stadt. Am Hauptbahnhof will ein Hamburger Investor genau das. In die bestehenden Baupläne am Bahnhof sollen ein Laufhaus, eine Table-Dance-Bar und andere erotische Dienstleistungen integriert werden. Der Senat ist beinahe begeistert von dem Vorhaben. Die rbb-Abendschau berichtet darüber. Eine Puffzentrale am Zentralbahnhof. Damit sollen vor allem der Straßenstrich in der Potsdamer Straße, berüchtigt für seine Gewalttätigkeit und die oftmals drogensüchtigen Prostituierten und der Straßenstrich in der Oranienburger Straße langsam ausgetrocknet werden. Außerdem gibt es in der Potsdamer Straße auch noch Streit um ein geplantes Laufhaus, dass in der Straße entstehen sollte, von den Anwohnern aber heftig abgelehnt wird. Der Investor am Hauptbahnhof will sich dann auch mit Klasse abheben. Die Aphrodite Invest wirbt mit Anspielungen auf die Reeperbahn in Hamburg. Der Senat befürwortet das Projekt, der rbb hatte dazu Manuela Damianakis vom Senat für Stadtentwicklng befragt, schließlich könnte damit die Straßenprostitution vor allem aus Wohngebieten verschwinden, das Geschäft selbst aber an zentraler Stelle in der Stadt konzentriert werden.
Die Vertreibung aus dem Paradies III
Dienstag, März 25th, 2008Per Einschreiben hat sich heute die Universität Leipzig gemeldet. Man hat mir die Immatrikulation versagt. Pustekuchen – Aus der Traum. Jetzt geht’s hier in Rostock nochmal in die Bütt. Es wird wohl noch ein Bachelor. Seit achteinhalb Jahren kreißt der Berg und wird bald eine B.A.-Maus gebären. Mein lieber Freund F. hat mir unterdessen Studienmöglichkeiten im befreundeten englischsprachigen Ausland aufgezeigt. Dieser M.A. in “International Journalism” in Leeds las sich sehr interessant. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg, ich werde jetz erstmal die B.A.-Wehen einleiten.
Arsch hoch zum Ostermarsch!
Dienstag, März 18th, 2008– Das wär mal ein Motto, dass die Leute hinterm Ofen vorholen könnte, um zum Osterfest gegen brutale Militärs, Krieg und politischen Sicherheitswahn zu protestieren. In diesem Jahr geht’s aber in Berlin gleich unter 8 Motti zum Ostermarsch auf die Straße. Von Krieg bis Gerechtigkeit ist irgendwie alles dabei. Seit nun schon 40 Jahren wird in Berlin zu Ostern protestiert. Ein Grund zu feiern. Und zum Jubiläum gibt’s auch eine kleine Revolution beim Ostermarsch. «Wir haben es dies Jahr zum ersten Mal durchgesetzt, dass tatsächlich es nur zwei Redner am Ende gibt und einem an Anfang.» Jubel – das ist ein großer Erfolg. Nicht nur für Moderatorin Jutta Kausch. Da ist es tatsächlich gelungen das alte Problem der deutschen Linken – Sektierer, Spalter und sonstige Verwirrte – einmal zu lösen. Mitmarschierer mit zig Wortbeiträgen quälen ist nicht mehr. Aber war nicht gerade das auch das spannende, bisweilen lustige am Ostermarsch, wenn trotzkistische Jugendgruppen die Weltrevolution versprachen? Ostermarsch war mal in – das ist aber schon ganz lange her. Gleich zum ersten Ostermarsch vor 40 jahren kamen 300.000 Menschen. Das war 1968. Ja – 1968. Da war Klaus-Dieter Heiser von der Linken auch schon dabei. Aber er findet: «Wir sind zwar grauer, aber nicht lahmer geworden. Deshalb sind wir auch diesmal dabei wenn es über den Kurfürstendamm geht. Die gleiche Route, die wir 1968 gegangen sind, wo wir uns gegen den Straßenterror der Polizei gewehrt haben. Jetzt müssen wir wieder über diese Straße gehen, um für unsere noch immer aktuellen Themen zu demonstrieren. Und dann ist er wieder da – der Über-Mythos. «Mit, ich würde sagen, schon der Ermordung von Rudi Dutschke, ging es ja auch darum, nachdem man ihn ja vorher publizistisch totgeschossen hatte, gedankliche Alternativen aus dem Leben dieses Landes zu verbannen. Und ein bisschen ist es ja wie heute, alternatives Denken das sich nicht an mehr Militär oder Intervention orientiert, soll geistig verbannt werden.», findet Reiner Braun. Gerade deswegen sei der Ostermarsch wichtig. Für Alternativen müsse man eben werben, sagt der Friedensfunktionär. Aber die stetig gesunkenen Teilnehmerzahlen der letzten Jahre sagen wohl eher, dass die Ostermärsche die Menschen nicht mehr bewegen. Klaus-Dieter Heise bemerkt abgeklärt: «Die Ostermarschbewegung hat ein Auf- und Ab gehabt. Das ist allgemein bekannt. 68 war ein Höhepunkt und auch ein Wendepunkt.» – danach gingen die Teilnehmerzahlen auch gleich wieder zurück – «Aber als die Frage der Raketenstationierung in Europa wieder akut wurde, fanden sich alle wieder zusammen. Und diese Tradition lebt bis heute fort. Tja – dieser Rückgriff ist aber auch schon wieder ein Vierteljahrhundert alt. Da gab’s was Verbindendes. Das fehlt heute anscheinend. In diesem Jahr darf der geneigte Ostermarschierer in Berlin aus 8 Motti wählen. Aber homogen oder gar mainstreamig will man ja auch gar nicht sein, sagt Reiner Braun. «Er ist immer ein Marsch der Zivilcourage gewesen, gegen den gesellschaftlichen Mainstream.» Aber irgendwie kann man sich aus der Beliebigkeit der Motti ja eins heraussuchen, das einen motiviert. Arsch hoch zum Ostermarsch ist allerdings nicht dabei.
Die Vertreibung aus dem Paradies II
Mittwoch, März 12th, 2008Die Universität Leipzig ist seit heute im Besitz meiner Bewerbungsunterlagen. Ich bin gespannt ob und wann Sie mich immatrikulieren. Ich höre jetzt zwei Amtsschimmel wiehern, den einen in Rostock, den anderen in Leipzig. Vom Prüfungsausschuss der Philosophischen Fakultät der Universität Rostock gab es einen Brief. An die Universität Leipzig gingen drei Briefe raus. Zwei für die Prüfungsausschüsse der Anglistik und der Politikwissenschaften und einer für das Studentensekretariat der Uni Leipzig. Und das obwohl ich den Online-Einschreibeprozess gewählt habe. Ich will gar nicht wissen wie dann der analoge Einschreibeprozess aussieht. Außerdem frustrierend: Bei der Zusammenstellung der Unterlagen für die Uni Leipzig fiel wiederholt auf, dass ich kurz vor der Ziellinie abgefangen wurde und meinen Abschluss nun unnötig noch weiter hinausschieben muss. Und das völlig unnötig. Ich bin noch immer erbost darüber, dass die Uni Rostock es nicht geschafft hat konsequent gegen mich vorzugehen. Zur Erinnerung: Dort geht man davon aus, dass ich bereits im November 2006 einen Brief erhalten haben soll, in dem man mich auf den Verlust eines Prüfungsanspruchs und die Einleitung der Exmatrikulation aufmerksam gemacht habe. Pustekuchen – ich habe so einen Brief nie bekommen. 1 Jahr und 4 Monate nach diesem angeblichen Brief nun fiel auf: Oh Mensch, der miescha studiert hier ja immer noch. Ja das hat er getan und auch noch Leistungsscheine gemacht. Obwohl das eigentich gar nicht mehr hätte sein dürfen. Nun ja. Ergebnis ist das oben beschriebene Prozedere. Aber das Widerspruchsverfahren läuft ja noch.
An der Eskalationsschraube drehen
Sonntag, Februar 17th, 2008Eben in den N24 Nachrichten: Ein Bericht zur Unabhängigkeitserklärung des Kosovo. Nachdem der Moderator die Meldung damit einleitete das “beunruhigende Meldungen” aus dem Kosovo kämen, startet der Beitrag. In einer Bilderfolge sind Polizisten vor der US-Botschaft in Belgrad zu sehen, die mit Feuerwerkskörpern und Steinen attackiert werden. Dazu sagte die Stimme aus dem Off: “Das sind nicht etwa Bilder der überschwänglichen Freudenfeiern der Albaner – das ist die Antwort der serbischen Bevölkerung auf die Unabhängigkeitserklärung.” – Wie bescheuert ist das bitteschön? 2000 Randalierer, die vornehmlich der ultra-nationalistischen und Fußballkrawall-Szene angehören sollen (so bei spiegel.de gelesen), sind also repräsentativ für die serbische Bevölkerung? Der Redakteur und der Chef vom Dienst, die diesen Beitragseinstieg fabriziert und sendefrei gegeben haben, gehören nachgeschult und maßgenommen.
Brief an eine Ewiggestrige
Freitag, Februar 15th, 2008Hallo Frau Wegner – wie sitzt es sich denn so im niedersächsischen Landtag? Nach ihrer beschwerlichen Reise durch lange Jahre der Nichtbeachtung muss ein Landtagssessel doch richtig geil sein. Auf dem Ticket der Linken sind Sie in den Landtag Niedersachsens eingezogen. Wo sie doch eigentlich Mitglied der DKP sind. Der Kommunistischen Partei. Ich wusste gar nicht mehr, dass es die noch gibt. Nun haben Sie ihre Sekte nach 40 Jahren wieder in ein Landes-Parlament gebracht. Da gucken auch die Medien wieder genauer hin und man kann Sachen wieder in Mikrofone sagen, die vorher niemand hören wollte. Sie sind jetzt wieder interessant. Toll, was?
Frau Wegner, Sie sagen sie wollen eine Revolution. Umwälzung und so. Sagen Sie. Ich hab mir das mal angeguckt und muss sagen: Sie wollen die Rolle rückwärts. Eine Revolution ins Gestern. Geht’s noch? Das ist doch derselbe alte Mist, den man uns damals in der DDR erzählt hat. Da wird einem Übel, wenn Sie nach der Revolution die Stasi wieder einführen wollen.
Frau Wegner, lassen Sie sich eins gesagt sein: Für Menschen wie Sie sah die DDR von außen schöner aus als sie von drinnen wirklich war. Ich weiß das. Bin da geboren und aufgewachsen. Mein Vater war Bürgermeister einer kleinen Stadt und ein ganzes Rudel von Inoffiziellen Mitarbeitern hat ihn begleitet. Zum Wohle des Staates. Das hat ihn fast ins Gefängnis gebracht. Aber nicht, weil er konterrevolutionäres Gedankengut hegte, sondern weil er die beschränkten Mittel seines Amtes verwendete, um endlich eine Abwasserleitung in den Ort zu bekommen und die maroden Straßen zu sanieren. So sieht’s aus. Was bin ich froh, dass ich ihnen das so offen sagen darf. In ihrem Traumland hätte ein aufmerksamer Stasimitarbeiter längst die Leitung gekappt.