<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>miescha.de &#187; Wahnsinn</title>
	<atom:link href="http://blog.miescha.de/index.php/tag/wahnsinn/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://blog.miescha.de</link>
	<description>[ erwarte das Leben ]</description>
	<lastBuildDate>Tue, 29 Nov 2011 06:21:33 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
		<item>
		<title>Frau gegen Frau im Schnee</title>
		<link>http://blog.miescha.de/index.php/2010/01/17/frau-gegen-frau-im-schnee/</link>
		<comments>http://blog.miescha.de/index.php/2010/01/17/frau-gegen-frau-im-schnee/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 17 Jan 2010 17:12:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miescha</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Daisy]]></category>
		<category><![CDATA[Frau]]></category>
		<category><![CDATA[Landkreis Bad Doberan]]></category>
		<category><![CDATA[Mecklenburg-Vorpommern]]></category>
		<category><![CDATA[Schneeräumfahrzeug]]></category>
		<category><![CDATA[Schneesturm]]></category>
		<category><![CDATA[Wahnsinn]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.miescha.de/?p=683</guid>
		<description><![CDATA[Kathleen Dehmel (27) stellt sich mit ihrem 18-Tonner Sturmtief Daisy entgegen. Die unerschrockene junge Frau räumt und streut gegen den Sturm. <a href="http://blog.miescha.de/index.php/2010/01/17/frau-gegen-frau-im-schnee/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Draußen faucht Sturmtief Daisy mächtig und wirbelt Schnee über die Äcker, direkt auf die Straßen. Kathleen Dehmel arbeitet im Cockpit ihres 18 Tonnen-LKWs dagegen an. Die 27jährige mit den dunkelblond-gelockten Haaren fährt für die Straßenmeisterei Kröpelin im Winterdienst.</p>
<div id="attachment_687" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-687" title="Kathleen Dehmel im Cockpit ihres Iveco-Schneeräumfahrzeugs" src="http://blog.miescha.de/wp-content/uploads/2010/01/09012010379-300x225.jpg" alt="Kathleen Dehmel im Cockpit ihres Iveco-Schneeräumfahrzeugs" width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Kathleen Dehmel im Cockpit ihres Iveco-Schneeräumfahrzeugs</p></div>
<p>Vom Einsatzleiter hat sie vor wenigen Minuten ihre Räumungs-Route für bekommen. „Wir fahren jetzt von Kröpelin nach Kühlungsborn und dann nach Neubukow. Das ist erstmal unsere Richtung.“, sagt Dehmel. Mit 22 Kollegen ist sie derzeit in 3 Schichten im Einsatz. 14 Räumfahrzeuge sind unterwegs, um die Straßen im westlichen Landkreis Bad Doberan freizuhalten. Sie macht den Job aus purer Begeisterung. „Das ist schon schön, wenn der Schnee vom Pflug so zur Seite fliegt. Das macht richtig Spaß. Und die Technik hat mich auch immer interessiert. Man ist auch draußen in der Natur und sieht, was man macht.“, erklärt die junge Frau. Der Sturm schleudert immer mehr Schnee auf die Straße. Schon kurz hinter Kröpelin liegen die ersten Verwehungen. Routiniert drückt Demel den kleinen Hebel am Pult rechts neben sich, um den Schneepflug zu senken und drückt einen darunterliegenden, grünen Knopf. „Damit mach ich den Streuer an. So, jetzt sind wir durch. Ich mach das Pflug wieder hoch. Fertig.“, sagt sie fröhlich. Das war noch leicht. Als der LKW wenig später aus der Kühlung – dem Waldstück vor Kühlungsborn &#8211; herausfährt, ist die Straße vom Schnee verschluckt und dichte Schneewirbel drücken heftig gegen den LKW. „Man sieht die Straße ja gar nicht mehr. Oh!“, ist Dehmel kurz überrascht.</p>
<div id="attachment_685" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-685" title="Kurz vor dem Ortsausgang Kühlungsborn in Richtung Wittenbeck." src="http://blog.miescha.de/wp-content/uploads/2010/01/09012010380-300x225.jpg" alt="Kurz vor dem Ortsausgang Kühlungsborn in Richtung Wittenbeck." width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Kurz vor dem Ortsausgang Kühlungsborn in Richtung Wittenbeck.</p></div>
<p>Wie eine weiße Wand stehen die Schneewehen bis in die Straßenmitte. Kathleen Demels Blick ist hochkonzentriert, mit fester Hand hält die zierliche Frau das Lenkrad unter Kontrolle. Der LKW rüttelt, kämpft, tanzt und bricht hinten leicht aus. „Man muss dann mit ruhiger Hand gegenhalten und auf die Bewegungen des LKW achten.“, sagt sie routiniert. Gefühlvoll gibt sie Gas, kuppelt und schaltet &#8211;  der LKW brummt mächtig, bleibt aber nicht stehen. Bis nach Kühlungsborn bleibt das Schiebeschild unten. Im Ort fährt sie auf einen Parkplatz und telefoniert mit der Einsatzleitung. „Die Straße wird immer enger, da müsste man nochmal drüber.“, schätzt sie ein. Die Räumungsroute wird verkürzt aus der Einsatzzentrale verkürzt. Dehmel muss jetzt die wichtige Verbindung zwischen Kühlungsborn und Kröpelin offen halten, entscheidet der Einsatzleiter nach ihrer Einschätzung. „Wir fahren da jetzt noch dreimal rauf und runter, dann dürfte die Straße wieder offen sein.“, gibt Dehmel sich zuversichtlich. Aber die Räumung ist schwieriger als gedacht. „Man sieht ja fast gar nichts mehr. Das weht ganz schön heftig rüber.“, sagt sie angespannt. An den Bäumen orientiert sich Dehmel jetzt und den Leitpfosten, wo sie noch zu sehen sind. Ins Schwitzen kommt sie dabei aber nicht. „Das ist ja nicht viel anders als PKW fahren. Man hat hier nur mehr Gänge. Das lernt man schnell.“, bemerkt sie. Dreimal räumt Kathleen Dehmel die Straße, dann fährt sie zurück zur Zentrale. Von dort geht es mit neuen Anweisungen wieder los.</p>
<div id="attachment_686" class="wp-caption aligncenter" style="width: 235px"><img class="size-medium wp-image-686" title="Kathleen Dehmel vor ihrem Iveco" src="http://blog.miescha.de/wp-content/uploads/2010/01/09012010382-225x300.jpg" alt="Kathleen Dehmel vor ihrem Iveco." width="225" height="300" /><p class="wp-caption-text">Kathleen Dehmel vor ihrem Iveco.</p></div>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.miescha.de/index.php/2010/01/17/frau-gegen-frau-im-schnee/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Langweiliger Straßenbahnjob</title>
		<link>http://blog.miescha.de/index.php/2010/01/15/langweiliger-strasenbahnjob/</link>
		<comments>http://blog.miescha.de/index.php/2010/01/15/langweiliger-strasenbahnjob/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 12:45:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miescha</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Gefahr]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Wahnsinn]]></category>
		<category><![CDATA[Wedding]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.miescha.de/index.php/2010/01/15/langweiliger-strasenbahnjob/</guid>
		<description><![CDATA[Seitlich gebeugt sitzt die Fahrerin der großen, gelben Straßenbahn in ihrem Cockpit. Leise summend fährt ihre tonnenschwere Maschine an. Auf der Kreuzung vor ihr, nur wenige Meter entfernt, eilen noch immer Menschen über die Gleise. Wie so oft an ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seitlich gebeugt sitzt die Fahrerin der großen, gelben Straßenbahn in ihrem Cockpit. Leise summend fährt ihre tonnenschwere Maschine an. Auf der Kreuzung vor ihr, nur wenige Meter entfernt, eilen noch immer Menschen über die Gleise. Wie so oft an der Ecke Müllerstraße/Seestraße rennen die Fußgänger über die Kreuzung, bemerken dabei aber nicht, dass die Ampel für die Kreuzung der Straßenbahngleise Rot zeigt, weil eine Tram kommt und Vorrang hat. Schon oft hat es hier beinahe zwischen Mensch und Maschine gekracht und die Bimmel der Straßenbahn lang und aufgeregt geklingelt. Nur heute eben nicht, als sie den einen letzten Sprinter vor sich nur knapp verfehlt. Die Warnbimmel war nicht zu hören.  Entspannt zur Seite gebeugt, rollt die Fahrerin an die Haltestelle und während sie an mir vorbeifährt sehe ich, wie die junge Frau mit den rötlichen Haaren auf einem Handy herumtippt. Auf der Straße ist es ihren Augen wohl zu langweilig.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.miescha.de/index.php/2010/01/15/langweiliger-strasenbahnjob/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Nur mit Baugenehmigung!</title>
		<link>http://blog.miescha.de/index.php/2008/12/07/nur-mit-baugenehmigung/</link>
		<comments>http://blog.miescha.de/index.php/2008/12/07/nur-mit-baugenehmigung/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 07 Dec 2008 17:44:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miescha</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wahnsinn]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.miescha.de/?p=247</guid>
		<description><![CDATA[Bereits am 30.08.2008 entdeckte ich in einem Prenzlauer Supermarkt Weihnachtsbedarf. Auf die Frage, ob die Lebkuchen und Dominosteine nicht bis Jesu Wiegenfest trocken würden, antwortete die Verkäuferin nur achselzuckend mit: "Schon möglich."

Ganz bestimmt nicht trocken wird untenstehendes Meisterwerk heimischer ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bereits am 30.08.2008 entdeckte ich in einem Prenzlauer Supermarkt Weihnachtsbedarf. Auf die Frage, ob die Lebkuchen und Dominosteine nicht bis Jesu Wiegenfest trocken würden, antwortete die Verkäuferin nur achselzuckend mit: &#8220;Schon möglich.&#8221;</p>
<p>Ganz bestimmt nicht trocken wird untenstehendes Meisterwerk heimischer Plätzchen- und Vorweihnachtsbackkunst. Nur einen Hauch Puderzucker mehr, und die süße Hütte stürzt zusammen. Bauherrin Hanne H. versicherte, dass solcherlei Werk auch noch ohne Baugenehmigung in deutschen Küchen errichtet werden darf.</p>
<p><a href='http://blog.miescha.de/wp-content/uploads/2008/12/101_1155b.jpg'><img src="http://blog.miescha.de/wp-content/uploads/2008/12/101_1155b-300x226.jpg" alt="Herzhaftes Hexenhaus" title="Herzhaftes Hexenhaus" width="300" height="226" class="alignleft size-medium wp-image-248" /></a></p>
<p>Danke für das Foto an Hanne H.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.miescha.de/index.php/2008/12/07/nur-mit-baugenehmigung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wirbelstrommusik</title>
		<link>http://blog.miescha.de/index.php/2008/10/24/wirbelstrommusik/</link>
		<comments>http://blog.miescha.de/index.php/2008/10/24/wirbelstrommusik/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 24 Oct 2008 11:56:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miescha</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wahnsinn]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.miescha.de/?p=219</guid>
		<description><![CDATA[In drei Reihen stehen die Trommler. Der Rhythmus treibt, die Zuschauer zappeln, trippeln, wanken, klatschen und quietschen zwischendurch immer wieder vergnügt. Die Sambucus spielen den Rathaussaal in Trance, ich versinke in meinen Gedanken, sehe nichts, höre nur auf die ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In drei Reihen stehen die Trommler. Der Rhythmus treibt, die Zuschauer zappeln, trippeln, wanken, klatschen und quietschen zwischendurch immer wieder vergnügt. Die Sambucus spielen den Rathaussaal in Trance, ich versinke in meinen Gedanken, sehe nichts, höre nur auf die Musik. Ich sitze auf dem Rand der kleinen Bühne, die ich den ganzen Abend über immer wieder mit Moderationen bespielt habe. Das erfrischende Bier nach der Versteigerung wirkt nach, ich bin ganz bei mir selbst und von der Musik gefangen.</p>
<p>Zwischendurch hatte es den Anschein, als sei die Rostocker Rathaushalle zur Rostocker Rathaus-Turnhalle geworden. Rollstuhlfechter, Kampfsportgruppen, Line Dancer, Seniorentanzgruppen und Performance-Tänzerinnen. Immer wieder hüpften, sprangen, tanzten viele Menschen über die Bühne. Die Nacht der Kulturen verwandelte das Rathaus in eine große Bühne. Im Sitzungssaal der Bürgerschaft drängten sich die Besucher, der Eingang musste mehrmals geschlossen werden, weil es einfach zu voll war. Gleich vor dem Eingang die Schlemmermeile auf der man sich einmal rund um die Welt mampfen konnte.</p>
<p>Die Eintrittspreise waren gepfeffert &#8211; für Rostocker Verhältnisse. 10 Euro an der Abendkasse und keine Gruppentickets. Trotzdem waren mehr als 3000 Menschen im Rathaus. Bis unters Dach hatte Bunt statt Braun das alte Haus mit Kultur vollgestopft. 600 Künstler allein im Programm. Musik vom Einwanderer-Frauenchor über Klezmer bis hin zu Tribal-Klängen in Beratungsräumen, Sälen und Foyers. Im Ratskeller die Salsa-Merengue-Samba-Hölle, schwitzende Tänzer, euphorische Musiker und literweise Coktails. Mir schwirrt der Kopf, das Gesicht juckt ein bisschen. Bis vor kurzem zierten mich eine geschminkte schwarze Stupsnase und Schnurrhaare. Als Katerchen stiefele ich durch die Menschenmenge von einer Moderation zur nächsten. Hatte den Mund zu voll genommen, als ich auf den Schmink- und Quizzstand des Zoos hingewiesen hatte. Die Schmink-Ankündigung einzulösen war Ehrensache.</p>
<p>Als Katerchen, wahlweise auch Hase oder Ratte, zog ich auch die Versteigerung des Udo Lindenberg Likörells durch. Der Meister hatte sein Werk extra für Rostock angefertigt, am Abend sollte es für den guten Zweck unter den Hammer kommen. Als ich die Versteigerung übernehme liegt der Preis bei gerade mal 250 Euro, mögliche Bieter sind zurückhaltend, viele Menschen laufen einfach vorbei. Ich klatsche laut in die Hände, hebe die Stimme und der Budenzauber beginnt. Schwitzend brülle ich das aktuelle Gebot ins Foyer, zeige auf Bieter, witzele darüber das die chronisch klamme Stadt mitbietet. Spreche mögliche Bieter gezielt an. Der Preis steigt und steigt. 777 Euro sind es plötzlich, dann 888, Stadt und ein Privatmann sind mitten in einer Bieterschlacht. Ich locke, schmeichele, rufe, singe die Zahlen fast und es geht weiter. Ich schwitze immer mehr. Bei 1100 Euro stockt der Bieterkampf kurz, ich rufe den aktuellen Preis, nehme den Hammer in die Hand. 1100 Euro zum Ersten &#8211; Eine Bieterin läutet eine weitere Runde ein. 1150, der Privatbieter hebt erneut die Hand 1200, die Stadt legt nochmal 20 Euro drauf, der Privatmann ruft 1250. Den Hammer in der Hand nehme ich das Gebot an, schaue nochmal in die Runde, zum Ersten, rufe den Preis erneut, zum Zweiten, der Hammer winkt durch die Luft &#8211; zum Dritten. Verkauft! 1250 Euro für den guten Zweck.</p>
<p>Mit heiserer Stimme schleiche ich zum Catering, trinke etwas, esse eine Kleinigkeit. Gehe zurück in die Rathaushalle und genehmige mir ein Bier. Minuten später bin ich wieder auf der Bühne, interviewe, kündige an, schäkere mit den Besuchern. Die Sambucus sind um kurz nach 23Uhr vor der Bühne, legen ohne Moderation los. Der Boden bebt. Ich versinke im Rhythmus.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.miescha.de/index.php/2008/10/24/wirbelstrommusik/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Alarmierende Postmoderne</title>
		<link>http://blog.miescha.de/index.php/2008/10/18/blog-vi-alarmierende-postmoderne/</link>
		<comments>http://blog.miescha.de/index.php/2008/10/18/blog-vi-alarmierende-postmoderne/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 18 Oct 2008 05:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>drschmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Wahnsinn]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.miescha.de/?p=214</guid>
		<description><![CDATA[ von Dr. Carsten Schmidt

Dr. Schmidt ist ein echter Abenteurer! In der chinesischen Ferien-Rush-Hour stürzt er sich wagemutig in das Menschenmeer, kommt beinahe mit dem Gesetz, in jedem Fall aber mit einer Frau in Konflikt und reibt sich am ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em> von Dr. Carsten Schmidt</em></p>
<p><strong>Dr. Schmidt ist ein echter Abenteurer! In der chinesischen Ferien-Rush-Hour stürzt er sich wagemutig in das Menschenmeer, kommt beinahe mit dem Gesetz, in jedem Fall aber mit einer Frau in Konflikt und reibt sich am Kunstmuseum verdattert die intellektuellen Augen.<br />
</strong><br />
<span>Shanghai bietet viel für Touristen, wenngleich in der zentral befohlenen Urlaubszeit im Oktober so viele Chinesen von Ulumuqi und anderen Provinzen kommen, dass die Stadt noch mehr aus den Nähten platzt als sonst schon. So zwänge ich mich früh morgens von einem Drehkreuz in der U-Bahn zum nächsten und hoffe, dass die Dame am Schalter meine Karte die richtige Strecke auf meine Karte geladen hat. Es wird sehr eng und ich presse meine Finger um die Tasche. Die soziale, klaustrophobische Fern- und Nahdiagnose meiner Mit-Steher beinhaltet Knoblauch, transpirative Anstrengung und einige Überraschungen mehr. Puh, nächste Station PeopleÂ´s Square, also der Platz des Volkes. Ich steige aus.<span id="more-214"></span> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="justify;"><span>Als ich gerade ein wenig Luft schnappe und am Ausgang ein alter Kauz auf der berühmten Kniegeige Erhu spielt, zieht ein Kind an meiner Hand und ich finde es niedlich, weil es mich wohl mit jemandem verwechselt. An der anderen Hand zieht nun die Mutter, was ich nicht niedlich finde. Sie sagen laut «DÃ o» zu mir. Lustig, bei einem absurden Beispieltext in meinem Chinesisch-Buch hieß dieses Wort «Dieb», aber wer kann schon diese Menschen verstehen. Sie beschreiben mir mit Blick auf meine linke Hand ihr Anliegen. Ich habe in der U-Bahn-Enge und Egozentrik nicht nur nach meiner Tasche, sondern auch nach einer kleinen Tüte kleiner Gurken von einer Frau gegriffen. Ich entschuldige mich irgendwie und versuche, tief einatmend, fix das Weite zu suchen, aber das ist gar nicht leicht. Der Versuch ist bei den vollen Straßen so sinnvoll wie mit jemandem in einem Fahrstuhl Fangen zu spielen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="justify;"><span>Nun jedoch sehe ich die Familie nicht mehr hinter mir und ich gehe auf den Platz des Volkes, wo es viele Jugendliche gibt, die den nationalen Feiertag genießen und sich gegenseitig mit Handys an Springbrunnen oder auf Parkbänken fotografieren. Mein Ziel für diesen Tag ist das ganz nahe Museum für neue Kunst, wo schon tausende von Leuten anstehen, und so auch ich. Nach fast zwei geduldigen Stunden Anstehens, die ich Dank einer gewissen Jane Austen tief versunken im romantischen England des 18. Jahrhundert verbrachte, werde ich plötzlich von den hinter mir drängelnden Studenten gefühlte 20 Kunstepochen von der Romantik in die Gegenwart geschoben.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="justify;"><span>Es ist alles jämmerlich post-post-modern, obwohl ich gewillt bin, mich zu freuen und es wenigstens «interessant» oder «nett» zu finden. Man hat Figuren von Dinosauriern die Köpfe abgeschlagen und feixende Clowns-Köpfe drauf gesetzt. Na gut. Dann eine Videoprojektion einer angeblich erfolgreichen Münchnerin: Fahrende Busse und Autos, wild geschnitten und mit Ton versehen. So weit, so schlecht. Dann ein Flugzeug aus Pappmaschee, an dessen eine Tragfläche ein Auto gebastelt wurde. Ach, schau an. Weiter oben gibt es ähnliche Räume ohne Sinn. Ein sehr großer Saal voller Sessel und Couchen beinhaltet nichts, nur Dunkelheit und eine kleine Diskokugel, welche die Herumsitzenden Kunstfreunde mit kleinen hellen Punkten umspielt. Aufregend. Ganz oben helle und dunkle Räume, bei einigen glaubt man, ein Zahnarzt könnte nicht weit sein, bei anderen ist man durch die Umgewöhnung natürlich wie ein Maulwurf und fasst schon mal den ein oder anderen Gast an, der auch nichts sieht. Puh, nur schwarze Decken und labyrinthische Ecken, um sie man sich herum windet. Ich denke bei mir, wenn hier mal was passiert, oje. Dann ein riesiger Raum mit ein paar Ampeln und Leuchten, aber er ist sonst sehr, sehr, wie soll man sagen, leer. Nur der sich an der Decke zwirbelnde schwarz-graue Qualm ist ganz interessant gemacht.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="justify;"><span>Ich zucke die ganze Zeit unwillkürlich mit den Schultern, weil ich die Metaebenen dieser Kunst dann noch schwer knacken kann, und drehe mich zum nächsten Raum. Auf einmal ein lautes Klirren wie von zersprungenem Glas und ein rotes, blinkendes Licht an der Decke. Einige Sekunden später eine Art langsame Sirene und eine ernste Frauenstimme, die auf Chinesisch drohend ruft. Angesichts der Geräusche und Alarme wird mir bewusst, nein gar nichts wird mir bewusst. Ich handle. Ganz schnell runter die Treppen, dritter Stock, zweiter Stock, erster Stock, und raus aus dem qualmenden Haus.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="justify;"><span>Ich poltere aus einer Seitentür und purzele mit dem Ellenbogen ein wenig seitlich gegen Rost, künstlerisch aufgestellt. Au, das gibt also eine Rostbeule am Ellenbogen. Scheiß Sprachspiele. Drei rostbraune Bürger winken als postmoderne Figuren auf einem Bahnsteig mit Mao-Büchern ihrem großen Herrn in einem Zugabteil zu. Verwirrt blicke ich um mich. Ein Museumswärter, der eben noch die Seitentür galant aufriss, lacht nun mit einigen Verlusten auf der Vorderfelge, und fragt auf Englisch: «Hat Dir die Alarm-Performance gefallen?». Ich verneine verdutzt. «Ist aus Japan». Super, denke ich mir, und wische den Staub vom Hintern. Vielleicht mache ich mal was Ruhiges, zur Abwechslung. Noch Fragen, Kienzle? Ja, Fengler. Erlebt man hier auch mal einen normalen Tag?</span></p>
<p><em>Dr. Carsten Schmidt ist ein Freund und Kollege aus Studientagen, der in China Deutsch und Englisch unterrichten soll. Seine Texte erscheinen auch beim Nachbarn <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof">Christian Kohlhof.</a></em></p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.miescha.de/index.php/2008/10/18/blog-vi-alarmierende-postmoderne/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Riesenrad ohne Gondeln</title>
		<link>http://blog.miescha.de/index.php/2008/10/04/blog-iv-riesenrad-ohne-gondeln/</link>
		<comments>http://blog.miescha.de/index.php/2008/10/04/blog-iv-riesenrad-ohne-gondeln/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 04 Oct 2008 10:55:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>drschmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Dr.Schmidt]]></category>
		<category><![CDATA[Wahnsinn]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.miescha.de/?p=200</guid>
		<description><![CDATA[von Dr. Carsten Schmidt 

Dr. Schmidt setzt seine Beobachtungen zum Mitbewohnerhuhn Phoebe fort, radelt einfach los und stolpert über einen Vergnügungspark. Bilder seiner schicksalhaften Begegnungen sind neu und im Artikel zu finden.
«Nehmen Sie den Hund zurück!», ruft der Hausmeister ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.miescha.de/index.php/dr-schmidt-in-shanghai/">von Dr. Carsten Schmidt</a><span> </span></p>
<p><strong>Dr. Schmidt setzt seine Beobachtungen zum Mitbewohnerhuhn Phoebe fort, radelt einfach los und stolpert über einen Vergnügungspark. Bilder seiner schicksalhaften Begegnungen sind neu und im Artikel zu finden.</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="justify;"><span>«Nehmen Sie den Hund zurück!», ruft der Hausmeister Hü Yoan auf Chinesisch, der im Block sauber macht, in welchem ich wohne. Jedenfalls glaube ich das. Er verweigert mit dem Satz jedoch nicht etwa eine Restaurantbestellung, sondern hat Angst vor einem kleinen weißen Rawuff, der ab und an auch das Huhn Phoebe mit Angstschauern belegt. <span id="more-200"></span> Phoebe weiß sich aber durch überraschend schnelle Flucht zu helfen. Den Hühner-Galopp sieht man aber auch bei ihr, wenn sie, mein Toastbrot verweigernd, lieber Grashüpfern hinterher spurtet. Gerade kam ich mit dem Mountainbike meines Bosses die Treppe herunter, als sich der Kampf zu Gunsten von Hü Yoan entwickelt.<br />
<a href='http://blog.miescha.de/wp-content/uploads/2008/10/pa0200021.jpg'><img src="http://blog.miescha.de/wp-content/uploads/2008/10/pa020002-300x239.jpg" alt="" title="Phoebe - das Mitbewohnerhuhn" width="300" height="239" class="aligncenter size-medium wp-image-202" /></a><a href="http://blog.miescha.de/index.php/dr-schmidt-in-shanghai/"><br />
</a></span></p>
<p class="MsoNormal" style="justify;"><span>Ich radle um den nahen Binnensee, um ein wenig die Urlaubstage mit Kalorien vernichtenden Entdeckungstouren zu füllen. Mit Norah Jones auf den Ohren werfe ich mich mit Kopfsprung ins Verkehrs-Becken. Hupen, Drängeln, ängstliches Vortasten an Kreuzungen, Hoffen des Schafes in der beruhigend über den Asphalt knatternden Herde der mittlerweile oft elektrischen Zweiräder, die sich um Busse, Laternen und Kurven schlängeln, was auch immer die lustigen Farbenspiele an den Ampeln anzeigen. Die Kreuzungen tuckern vorbei und die Lieder im Ohr auch, der See wird sichtbar, die Sonne kommt heraus, Restaurants, Promenaden, und ich verhake mich in der Gangschaltung. Ich schaue ein wenig herunter und schalte ein paar Minuten wirr herum, bis es wieder geht. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="justify;"><span>Dann kommt wieder eine Kreuzung, ich schaue mich um, wo ich gerade in der Herde bin, aber der Schulterblick geht ins Leere. Das verblüfft mich. Eben noch Hafenatmosphäre und nun bin ich allein auf der Straße. Die Kreuzung ist verlassen und kilometerlang radle ich nur mit mir selbst als Gesellschaft über frischen Straßenbelag. Ich mache die Musik aus und erstaunt genieße ich das Gefühl, zum ersten Mal seit drei Wochen in China allein zu sein, ganz allein. Keine Promenaden, keine Fußgänger, keine Autos, keine Räder. Ich halte an und schaue auf die Karte. Jede Karte ist natürlich ein Blick in die Vergangenheit, aber nirgends so wie in China. Ich bin vier oder fünf Straßen weit weg von meinem Plan, aber dieses Viertel gibt es noch gar nicht auf der Karte.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="justify;"><span>Nun kommen nach einigen Kilometern Werbewände und mit Blüten beklebte Propaganda-Sprüche. Ich lese von der Weltausstellung Expo, die 2010 hier in Suzhou stattfinden wird, und zwar auf diesem großen Gelände rund um den See. Riesige Häusermeere stehen in der Nähe und Ferne herum, auch einzelne Arbeiter sieht man nun auf entfernten Gerüsten. Aber die Ampeln werden noch einige Monate gelb blinken, denn hier fährt fast niemand, und niemand wohnt in den zehntausenden Wohnungen, wo gerade an Balkonen hundertfach die Klimaanlagen installiert werden.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="justify;"><span>Eine Radtour im futuristischen Konjunktiv. Das letzte Mal habe ich eine Konjunktiv Tour im DDR-Bonzen-Bunker in Wandlitz bei Berlin gemacht, denn der war auch nur für den nuklearen Schlag geplant. Ein wenig kommt es mir hier nun so vor. Stell Dir vor, Du radelst in einer Millionenstadt, und triffst niemanden. Hoffentlich wird es alles bei der Expo auch so werden, wie man es hier in Größenordnungen plant. Es soll einen Modern Times Square geben, riesige Werbewände verkünden auch das Entstehen einer New City Mall und eines Amusement Centers. Da muss ich hin, denke ich, schaue schulterzuckend auf die leere Karte und fahre weiter auf den mit frischem Mörtel bekleckerten Straßen. An einigen Mauern und Baustellen stehen bereits die unvermeidlichen Wachmänner, die kontrollieren, wer hineinfährt. Ich stehe am Ende der Straße an einem riesigen Strand mit einer Hand voll verlorenen wirkenden Leuten in einem gigantischen Park. Auch sie haben sich hierher verirrt, dorthin, wo bald der Konsum brodeln und der chinesische Yuan rollen soll. Rollen soll auch die Achterbahn, aber sie steht nur zur Hälfte.</p>
<p><a href='http://blog.miescha.de/wp-content/uploads/2008/10/pa0300221.jpg'><img src="http://blog.miescha.de/wp-content/uploads/2008/10/pa030022-300x223.jpg" alt="" title="Der halbfertige Park" width="300" height="223" class="alignright size-medium wp-image-201" /></a></p>
<p>Und als weithin sichtbares Symbol des futuristischen Amüsements gibt es auch ein Riesenrad, das aber wie eine bizarre, an Bulimie erkrankte spanische Windmühle aussieht. Sie hat &#8211; vielleicht bis zur kommenden Expo &#8211; noch keine Gäste, kein Publikum, noch nicht einmal Gondeln. </span></p>
<p><em>Dr. Carsten Schmidt ist ein Freund und Kollege aus Studientagen, der in China Deutsch und Englisch unterrichten soll. Seine Texte erscheinen auch beim Nachbarn <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof">Christian Kohlhof.</a></em></p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.miescha.de/index.php/2008/10/04/blog-iv-riesenrad-ohne-gondeln/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mitten in Afrika</title>
		<link>http://blog.miescha.de/index.php/2008/09/28/mitten-in-afrika/</link>
		<comments>http://blog.miescha.de/index.php/2008/09/28/mitten-in-afrika/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 28 Sep 2008 05:00:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miescha</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Feiern]]></category>
		<category><![CDATA[miescha]]></category>
		<category><![CDATA[Wahnsinn]]></category>
		<category><![CDATA[Wedding]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.miescha.de/?p=195</guid>
		<description><![CDATA[Geburtstagsessen mit Freundin und Freundin. Ziel: Das Restaurant Bantou Village in der Kameruner Straße, gleich um die Ecke meiner neuen Residenz. Ein wenig Angst schwang vor dem Besuch mit, denn vor drei Tagen war die Speisekarte aus dem Schaukasten ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Geburtstagsessen mit Freundin und Freundin. Ziel: Das Restaurant <em>Bantou Village</em> in der Kameruner Straße, gleich um die Ecke meiner neuen Residenz. Ein wenig Angst schwang vor dem Besuch mit, denn vor drei Tagen war die Speisekarte aus dem Schaukasten verschwunden.</p>
<p>Auf einer kippligen Bank an einem Tisch mit Sonnenblumendecke sitzen wir. Laute afrikanische Musik rhythmisiert durch den Raum, im Fernseher und auf der Leinwand laufen Boxkämpfe. Wir sind, abgesehen vom freundlichen Personal, die einzigen Gäste. Beck&#8217;s und Warsteiner werden als Aperitif gereicht, leider kann die Köchin keine Vorspeisen anbieten; zum Glück, wie sich später herausstellen soll.</p>
<p>Eine Speisekarte gibt es nicht. Die beleibte Köchin erzählt kurz was die Küche heute hergibt. Wir können zwischen Fisch mit Bananen und Gemüse mit Ochsenschwanz wählen. Zweimal Fisch und einmal Gemüse ordern wir. Beck&#8217;s und Warsteiner gehen als Zwischengänge durch den Hals, ihre appetitsteigernde Wirkung soll sich später noch als segensreich erweisen.</p>
<p>Die Wartezeit auf&#8217;s Abendessen wird uns gerade ein bisschen lang, als eine große Platte aus Richtung Küche zu uns getragen wird. Darauf zwei Fische, der eine so lang wie mein Unterarm, der andere etwa halb so groß, goldbraun gegrillt, frische Zwiebelringe und Zitronenscheiben locker darüber gestreut, verführerisch würzig duftend. Wir staunen. Es folgen: eine Platte mit gebratenen Bananenscheiben, die süß-buttrig in unsere Nasen steigen, ein großer Teller Reis, eine Platte mit einem Ragout aus Erdnüssen und Mangold(?), darin Teile vom Ochsenschwanz. Über dem Tisch hängt eine verführerische Duftwolke in der sich Fisch, Gemüse und Reis vermengen. Uns schießt das Wasser im Mund zusammen.</p>
<p>Der Fisch ist eine Offenbarung! Gegrillt, versteckte Schärfe, das Fleisch fest und schmackhaft. Die Gabeln fliegen zwischen Tellern und Fisch hin und her. Begleitet wird der Fisch von köstlichen gebratenen Bananenscheiben. Der Bananengeschmack ist intensiv und wird von einer buttrigen Note unterstützt, leckere Röstaromen rutschen mit durch den Mund.</p>
<p>Den Reis mischen wird mit dem Ragout, dass eine feine bittere Note und einen intensiven Erdnussgeschmack hat. Die Bittere und das Erdnussaroma werden immer intensiver je weiter das Gericht abkühlt. Die Ochsenschwanzteile sind zart und bissfest, der Geschmack des Rindfleischs verbindet sich überraschend gut mit dem Ragout.</p>
<p>Mit nicht zu kaltem Bier geht dieser Festschmaus herrlich runter. Völlig platt, mit dicken Bäuchen, fettigen Fingern und immer wieder mit der Zunge über die Lippen fahrend, endet der Ausflug in die afrikanische Küche. Vom Fisch bleibt nichts als der abgenagte Kopf, die Gräten und Flossen übrig, das Ragout verliert sich in kläglichen Resten auf der Servierplatte, der Reis ist alle, die letzten Bananenscheiben gehen als kleines Dessert weg.</p>
<p>Das Staunen über die schiere Menge des leckeren Essens setzt sich an der Kasse fort. Für die Platten voller Bananen, Reis, Fisch, Ragout und 8 Biere werden ganze 44 Euro fällig. Kostenlos dazu gab&#8217;s freundlichen, afrikanisch gelassenen Service und lustige Musikvideos vom schwarzen Kontinent.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.miescha.de/index.php/2008/09/28/mitten-in-afrika/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Brutale Lebenswirklichkeit</title>
		<link>http://blog.miescha.de/index.php/2008/09/24/brutale-lebenswirklichkeit/</link>
		<comments>http://blog.miescha.de/index.php/2008/09/24/brutale-lebenswirklichkeit/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 24 Sep 2008 04:27:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miescha</dc:creator>
				<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Spaß]]></category>
		<category><![CDATA[Wahnsinn]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.miescha.de/?p=191</guid>
		<description><![CDATA[miescha

"Orgasmus vortäuschen ist wie junge Hunde für falsches Benehmen belohnen. Ist zwar Scheiße, man machts aber trotzdem." - sprach kürzlich eine mir bekannte junge Dame.

Mein Weltbild bröselt weiter.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>miescha</em></p>
<p>&#8220;Orgasmus vortäuschen ist wie junge Hunde für falsches Benehmen belohnen. Ist zwar Scheiße, man machts aber trotzdem.&#8221; &#8211; sprach kürzlich eine mir bekannte junge Dame.</p>
<p>Mein Weltbild bröselt weiter.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.miescha.de/index.php/2008/09/24/brutale-lebenswirklichkeit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Return in Pounds</title>
		<link>http://blog.miescha.de/index.php/2008/09/18/return-in-pounds/</link>
		<comments>http://blog.miescha.de/index.php/2008/09/18/return-in-pounds/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 18 Sep 2008 04:10:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>drschmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Dr.Schmidt]]></category>
		<category><![CDATA[reise]]></category>
		<category><![CDATA[Wahnsinn]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.miescha.de/?p=184</guid>
		<description><![CDATA[Von Dr. Carsten Schmidt

Konfuzius sagt, dass auch der weiteste Weg mit dem ersten Schritt beginnt. Traditional Breakfast in Heathrow war meiner nach Asien, natürlich serviert von einem Inder. Aber wie kam es dazu? Tegel war die Ausgangsstation meiner Reise, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von <a href="http://blog.miescha.de/index.php/dr-schmidt-in-shanghai/">Dr. Carsten Schmidt</a></p>
<p>Konfuzius sagt, dass auch der weiteste Weg mit dem ersten Schritt beginnt. Traditional Breakfast in Heathrow war meiner nach Asien, natürlich serviert von einem Inder. Aber wie kam es dazu? Tegel war die Ausgangsstation meiner Reise, wo ich am British Airways Schalter den erschütternden Satz bejahen musste: «Sie haben mehr als ein Gepäckstück!&#8221; Ja, ich freches Stück habe mehrere von denen. Dumm für mich, aber «Coline&#8221; sagt mir durch ein zuckersüßes Lächeln den gesalzenen Preis von 113 â‚¬ für den zweiten Koffer, dessen Inhalt ich in den nächsten Monaten in China brauchen werde. Dass mein erstes Stück reichlich mehr als 30 kg hatte, stört Coline nicht.</p>
<p>Nun dauerte es im digitalen Zeitalter, um einen Zettel zu bekommen, bis London, wo mir eine hektisch drein blickende Mitarbeiterin von Kenya Airlines einen halben Meter Faxpapier entgegen feuert, gleich neben dem absurd toleranten multi-faith prayer room, wo also ganz gewiss Moslems neben Juden beten. Nun mag man bei der Dame vom Faxpapier glauben, man könne nicht hektisch blicken, aber wer hektisch gestikuliert und geht und spricht?</p>
<p>Wenige security announcements später â€“ während ich mich frage, warum neben der Liste der Hausweine ein Plakat von Amy Winehouse hängt â€“ will Ralf aus Zwickau das was alle Männer wollen: Traditional Breakfast. Seine Tochter schaut nicht hektisch, aber angewidert in die Karte und hilft pionierhaft dem vermutlich völlig verzweifelten Vati, der in seinen Reiseverbindungen nach der Rückfluggesellschaft schaut. Warum der Kellner-Inder für Schinken auf Ei die Lufthansa wissen bräuchte, weiß Vati Ralf auch nicht. Seine Tochter erklärt es ihm: Das Restgeld ist in Pfund. Vati schürzt die Lippen und macht wissend «mhhh&#8221;. Dann wird es ihm aber doch zu bunt, verbessert zu werden, und er sagt: «Ich unterhalte mich hier mit dem Herrn Wetherspoon, also bitte!&#8221;</p>
<p><em>Dr. Carsten Schmidt ist ein Freund und Kollege aus Studientagen, der in China Deutsch und Englisch unterrichten soll. Seine Texte erscheinen auch beim Nachbarn <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof">Christian Kohlhof.</a></em></p>
<p>Mit dem was der mir namenlose Inder der Firma Wetherspoon zum Glück alles so nicht weiß oder versteht, kann man wohl Bibliotheken füllen. Glücklicher Inder!</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.miescha.de/index.php/2008/09/18/return-in-pounds/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Dr. Schmidt in Schanghai</title>
		<link>http://blog.miescha.de/index.php/2008/09/15/dr-schmidt-in-schanghai/</link>
		<comments>http://blog.miescha.de/index.php/2008/09/15/dr-schmidt-in-schanghai/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 15 Sep 2008 07:45:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miescha</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Dr.Schmidt]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[Nachdenken]]></category>
		<category><![CDATA[Wahnsinn]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.miescha.de/?p=179</guid>
		<description><![CDATA[Ich freue mich sehr an dieser Stelle Dr. Carsten Schmidt vorstellen zu dürfen. Er hat an der Universität Potsdam vielbeachtet über Felix Weltsch promoviert, wir kennen uns aus Rostock, wo wir einige Jahre gemeinsam studiert und gearbeitet haben.

Carsten Schmidt ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich freue mich sehr an dieser Stelle Dr. Carsten Schmidt vorstellen zu dürfen. Er hat an der Universität Potsdam vielbeachtet über <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Felix_Weltsch">Felix Weltsch</a> promoviert, wir kennen uns aus Rostock, wo wir einige Jahre gemeinsam studiert und gearbeitet haben.</p>
<p>Carsten Schmidt ist ein bemerkenswerter Autor und Pointenkünstler. Er hat unter anderem für Universal gearbeitet, deutschen Top-Musikern Texte geschrieben und auf Berliner Kleinkunstbühnen für Jubelstürme gesorgt.</p>
<p>Carsten schreibt zukünftig in diesem Blog über seine Erlebnisse als Deutsch- und Englischlehrer in China. Noch vor seiner Abreise hat er bekräftigt, dass es bei ihm nicht um Hundefleisch oder Tigerpenispulver gehen wird.</p>
<p>Gestern ruderte er nach eigenem Bekunden an Bord einer China-Galeere von Heathrow nach Shanghai. in der Zwischenzeit dürfte er angekommen sein. In lockerer Folge wird er seine Texte nun hier und wenig später auch beim Nachbarn <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof">roetel</a> veröffentlichen, den ich an dieser Stelle ebenfalls empfehlen möchte.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.miescha.de/index.php/2008/09/15/dr-schmidt-in-schanghai/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

