Posts Tagged ‘Weihnachtsmarkt’

Weihnachtsmarkt stört Intimssphäre

Donnerstag, Dezember 13th, 2007

Ich habe meinen Ängsten und Befürchtungen wegen des Weihnachtsmarktes hier in Rostock bereits Ausdruck verliehen. Seit heute morgen jedoch habe ich das dringende Verlangen mit der Sperrsicherung der Stadtwerke über den Markt zu laufen und die Fress- und Saufstationen endgültig still zu legen. Der Weihnachtsmarkt ist mittlerweile bis in mein Bad und meine Küche vorgedrungen. Weder Kaffeemaschine noch Badlicht funktionieren. Hastiges Gefrickel am Sicherungskasten in der ebefalls dunklen Abstellkammer brachte den Strom nicht zurück. Frau B. von der WIRO – meine Kundenbetreuerin – verschaffte mir Klarheit, in dem sie mich gar nicht erst zu Wort kommen ließ. “Herr F., Sie haben bestimmt auch Stromausfall. Das zieht sich bis in die 3 und 4. Das liegt am Weihnachtsmarkt, die haben uns wohl irgendeine Phase durchtrennt. Die Firma Z. ist schon den ganzen Vormittag dran.” IRGENDEINE PHASE! VERDAMMT – Das war die Phase für meine Kaffeemaschine und mein Bad an einem grauen, feuchtkalten Küstenmorgen! Ich bin noch immer nicht richtig wach, nur katzengewaschen und habe Kaffeedurst! Ich bin kurz davor mit meinen zersausten Haaren, dem irren Blick und in weißem T-Shirt und roten Boxershorts durch die Kröpi zu rasen. Da können die lieben Kleinen dann ihre Eltern fragen, warum der Weihnachtsmann plötzlich halb nackt über die Straße flitzt. Und ich werde ihnen antworten! JA, DAS WERDE ICH!

Bibeltest zum Christenfest

Samstag, November 24th, 2007

Jetzt weiß ich wie sich weiland Jonas fühlte als der Wal ihn schluckte und schließlich wieder ausrotzte! Am Neuen Markt saugte mich dieses Ungeheuer, das sie hier Weihnachtsmarkt nennen, in seine verschlungenen Eingweide mit den ekelerregenden Säften, Fleischen, Pflanzenresten und Düften. Ich schaute das Grauen! Auf der Suche nach christlicher Nähe war ich jedenfalls falsch. Die gierigen Blicke der Menschen über die Ränder ihrer Plastikschüsseln und -becher aus denen sie den Budenfraß und den zum Weihnachtspunsch hochgejazzten Tetrapak-Glühwein aus dem Kupferkessel saufen, sind nicht besinnlich – eher von Sinnen. Eifersucht liegt wie ein Nebelhauch über den Gässchen zwischen den Buden in denen Pärchen demonstrativ händchenhaltend ihr “gemeinsames” Glück zur Schau tragen. Gierige Männer mit feisten Bäuchen und fettigen Haaren drängen sich mit ihren Bratwurst- und Bierfriedhöfen ohne Rücksicht an Kindern vorbei an den nächsten glühenden Rost. Mit glasigen Augen stehen ihre ondulierten Begleiterinnen immer im Weg und schauen stumpf. Am Neuen Markt spuckte mich das Ungeheuer wieder aus. Ich fühlte mich schmutzig. Wäre ich am Ende der Kröpeliner Straße ausgeschieden worden – ich hätte mich erst Recht nach Weihnachtsmarktscheiße stinkend wiedergefunden. Dort franst der Markt nämlich zu einem gewaltigen Budenarschloch aus. Der Weg durch den Karussellpansen hinter meinem Haus blieb mir erspart.